Studenten sollen wieder zahlen

ÖSTERREICH-Interview

© Reuters

Studenten sollen wieder zahlen

ÖSTERREICH: Unis platzen aus allen Nähten, Rektoren rufen nach mehr Geld: Sie fordern Mietstundungen und wollen an Glücksspiel-Einnahmen mitschneiden.

Beatrix Karl: Da bin ich der falsche Ansprechpartner. Zuständig sind Wirtschafts- und Finanzressort.

ÖSTERREICH: Aber die budgetäre Verzweiflung ist doch offenkundig?

Karl: Ich wünsche mir ja auch mehr Geld und werde im Herbst bei den Budgetverhandlungen um jeden Cent kämpfen. Wichtig ist aber, dass das Geld auch effizient eingesetzt wird. Man kann etwa Hörsäle gemeinsam nutzen.

ÖSTERREICH: Also eine Zusammenlegung von Unis?

Karl: Nein, aber eine bessere Nutzung der gemeinsamen Infrastruktur.

ÖSTERREICH: Bleiben Sie dabei, dass das Uni-Budget nicht erhöht wird?

Karl: Bis 2012 wird ja ins Budget nicht eingegriffen. Dann wird man verhandeln müssen.

ÖSTERREICH: Ihre deutsche Kollegin Anette Schavan hat es da einfacher. Ihr Budget wurde um 12 Mrd. Euro aufgestockt. Spart die Regierung am falschen Platz?

Karl: EU-weit erhöhen nur Frankreich und Deutschland ihre Bildungsbudgets. Dort zahlt die öffentliche Hand im Schnitt auch nur 67 Prozent des Hochschulbudgets, bei uns sind es 80. In anderen Ländern werden aber auch Studiengebühren eingehoben.

ÖSTERREICH: ...eine alte Forderung von Ihnen. Bleiben Sie dabei?

Karl: Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich Studiengebühren für zielführend halte. Aber ich weiß auch, dass die SPÖ da nicht mitzieht. Daher sind sie jetzt auch kein Thema.

ÖSTERREICH: Was halten Sie von staatlichen Krediten, die nach Studienende niedrig verzinst zurückgezahlt werden?

Karl: Auch das würde Studienbeiträge voraussetzen. Sollten diese wieder eingeführt werden, kann ich mir ein solches Modell durchaus vorstellen.

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