Tausende Österreicher am Heldenplatz

Nationalfeiertag

Tausende Österreicher am Heldenplatz

Die Leistungsschau des Bundesheers am Heldenplatz, wo vor der versammelten Staatsspitze rund 1.400 Rekruten angelobt wurden, lockte rund 500.000 Menschen. Auch das Parlament freute sich über reges Besucherinteresse. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) ließ beim Sonderministerrat anlässlich des Nationalfeiertags den Dauerstreit in der Koalition nicht unerwähnt. Er forderte von seiner Regierung "gemeinsame Lösungen" ein.

Gusenbauer: "Menschen nicht verunsichern"
Zentrales Thema am Nationalfeiertag war die Neutralität. Ein klares Bekenntnis zur Neutralität kam von Bundeskanzler Gusenbauer. Diese sei eine "unverzichtbare außen- und sicherheitspolitische Grundlage Österreichs. Es ist mir daher wichtig, klarzustellen, dass wir die Menschen in dieser Frage nicht verunsichern dürfen", meinte er in Anspielung auf die ÖVP-Perspektivengruppe, die eine Debatte über die Abschaffung der Neutralität ausgelöst hatte.

ÖVP zum Miteinander aufgefordert
Seine zerstrittene Regierungsmannschaft forderte er - nicht ohne sanfte Spitzen gegen die ÖVP - zu einem Miteinander auf. Es solle nicht um die "starre Durchsetzung eigener Vorstellungen gehen, sondern um das Finden von gemeinsamen Lösungen". Gusenbauer warb dabei indirekt für die gemeineinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen. Um "Chancengleichheit und Fairness" in der Gesellschaft zu schaffen, benötige man Schulen und Bildungseinrichtungen, "die allen die Chance auf eine bestmögliche Zukunft eröffnen", so Gusenbauer. Auf dieses Thema spielte in einer Aussendung auch Vizekanzler Wilhelm Molterer (V) an. "Die Freiheit der Menschen selbst zu entscheiden setzt voraus, dass Eigenverantwortung und die Möglichkeiten zur Auswahl gestärkt werden", bekräftigte der ÖVP-Obmann die Position seiner Partei.

Van der Bellen forderte Bleiberecht
Zu Wort meldete sich auch die Opposition. Grünen-Chef Alexander Van der Bellen erneuerte seine Forderung nach einem Bleiberecht für lange in Österreich lebende und gut integrierte Ausländer. FPÖ-Frontmann Heinz-Christian Strache und BZÖ-Obmann Peter Westenthaler bekräftigten den Wunsch ihrer Parteien nach einer Volksabstimmung bzw. Volksbefragung über den EU-Reformvertrag.

Kranzniederlegungen
Eröffnet wurden die Feierlichkeiten mit Kranzniederlegungen in der Krypta am Äußeren Burgtor. Nach dem Sonderministerrat wurden am Heldenplatz 1.400 Rekruten aus Wien und Niederösterreich angelobt. Einmalig an der heurigen Veranstellung war die Anwesenheit von drei Mitgliedern der Schweizergarde, die anlässlich der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Garde in Wien nach Österreich gekommen waren.

Seligsprechung Jägerstätters
Ein weiterer Höhepunkt des Nationalfeiertags war die Seligsprechung Jägerstätters in Linz. An die 60 Familienmitglieder, 27 Bischöfe und Kardinäle aus dem In- und Ausland sowie Personen des öffentlichen Lebens und Jägerstätters 94-jährige Witwe Franziska feierten mit rund 5.000 Gläubigen im Mariendom.

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Die "offenen Türen" in der Präsidentschaftskanzlei, im Kanzleramt und im Parlament zogen am heurigen nass-kalten Nationalfeiertag zahlreiche Besucher an. Das Kanzleramt meldete einen Besucherrekord. Bundespräsident Heinz Fischer und seine Frau Margit schüttelten tausenden Interessierten die Hand und auch im Parlament wurden tausende Menschen begrüßt.

Gusenbauer begrüßte Besucher
8.500 Besucher zählte man im Bundeskanzleramt, 2.500 von ihnen begrüßte der jetzige Kanzler Alfred Gusenbauer (S) zwischen 13.30 und 15.30 Uhr persönlich. Im Vorjahr, als noch der scheidende Kanzler Wolfgang Schüssel (V) zum "Tag der offenen Tür" einlud, kamen 5.000 Menschen in das Gebäude am Ballhausplatz.

Im Parlament blieb man unter dem Vorjahres-Rekord: Eineinhalb Stunden vor Schluss hatten mehr als 10.000 Menschen das Hauptgebäude am Ring besucht, bis 19.00 Uhr waren es rund 12.000. Wegen neuer Sicherheitsvorgaben aus dem Innenministerium mussten sie alle gescannt werden, berichtete Kommunikationschef Gottfried Marckhgott der APA. Viele Kinder waren unter den 1.500 Besuchern der am Vortag eröffneten "Demokratiewerkstatt" im Palais Epstein. Im Vorjahr konnte sich der scheidende Nationalratspräsident Andreas Khol (V) über mehr als 20.000 Besucher am parlamentarischen "Tag der offenen Tür" freuen.

In der Präsidentschaftskanzlei wurden - wie auch im Vorjahr - die Besucher nicht gezählt. Aber es war "ein Strom ohne Unterbrechung", der am "Tag der Offenen Tür" durch die Räumlichkeiten des Bundespräsidenten zog, berichtete Sprecher Bruno Aigner.

EU-Kommissions-Büro mit großem Andrang
Großen Andrang verzeichnete auch das von der EU-Kommission und dem Informationsbüro des EU-Parlaments eingerichtete Informationszelt am Heldenplatz: "Weit mehr als 10.000 Menschen" nützen die Gelegenheit, sich über die EU - und den derzeit aktuellen EU-Reformvertrag - zu informieren, wurde in einer Aussendung mitgeteilt.

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