Töchterle kündigt Hochschul-Milliarde an

Geld für Unis

Töchterle kündigt Hochschul-Milliarde an

Österreichs Hochschulen sollen für die Jahre 2013 bis 2015 eine Hochschul-Milliarde bekommen. Die Chancen hierfür schätzt Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle nach Gesprächen mit Finanzministerin Maria Fekter (beide V) als sehr gut ein. In der ORF-"Pressestunde" am Sonntag stellte Töchterle außerdem seine Vorstellungen für Studiengebühren vor. Diese sollten autonom von den Unis eingehoben und verwendet werden, die Obergrenze bei 500 Euro pro Semester liegen. Studienbeihilfebezieher wären freilich ausgenommen.

Hochschul-Milliarde
Die Finanzministerin müsse derzeit zwar einen "strengen Konsolidierungskurs" fahren, auch hänge es von der künftigen Konjunkturentwicklung ab, aber: "Es wird die Hochschul-Milliarde aller Voraussicht nach geben", so Töchterle. Mit dem Geld sollen die Universitäten ebenso wie die Fachhochschulen bedacht werden. Zufrieden müsste man sein, selbst wenn in den Verhandlungen nicht die ganze Milliarde erreicht wird. "Wenn es ein bisschen weniger wird, müssen alle hoch zufrieden sein, weil das ist unglaublich bemerkenswert in Zeiten der Budgetkonsolidierung", meinte der Wissenschaftsminister.

Studiengebühr
Töchterle präzisierte am Sonntag seine Vorschläge zur Studiengebühr. Diese sollten nicht vom Staat, sondern von den Universitäten selbst eingehoben werden. Autonom sollten diese die Höhe - wobei die Obergrenze bei 500 Euro pro Semester liegen soll - und die Verwendung bestimmen können. Ob die Gebühr dann 100, 500 oder gar 0 Euro beträgt, bestimmen die Institutionen selbst. Ausnahmen etwa für Studienbeihilfebezieher sind ebenfalls vorgesehen. Der Ressortchef kann sich weiters vorstellen, dass zehn Prozent der Einnahmen aus den Beiträgen in einem Sozialfonds landen, mit dem sozial Bedürftige unterstützt werden sollen, hieß es gegenüber der APA.

Eine weitere Ausnahme kann sich Töchterle bei der Obergrenze der Studiengebühr vorstellen: Für Studierende aus Ländern außerhalb der EU sollen begehrte Plätze etwa in einem Musikstudium teurer werden, denn es sei nicht einzusehen, dass der österreichische Steuerzahler für jene aufkommt. Die Unis könnten die Beiträge auch "stunden" etwa für die Zeit nach dem Studienabschluss. Es soll sich dabei aber um keinen Kredit mit Zinsen handeln. Für unterschiedliche Studienfächer könnte auch eine unterschiedlich hohe Gebühr eingehoben werden. Mit seinen Vorschlägen hofft der Minister jedenfalls, die SPÖ ins Boot holen zu können.

Zugangsbeschränkungen
Töchterle ist auch ein Befürworter von Zugangsbeschränkungen, hier agiere Österreich aber "weltfremd", denn Hochschulen hätten schließlich Kapazitätsgrenzen. Kein Verständnis hat er jedoch für eine Studieneingangsphase, die zum "Rausprüfen" verwendet wird: "Das ist Betrug an jungen Menschen, das will ich nicht." Änderungen soll es bei der zuletzt heftig kritisierten elektronischen Voranmeldung für ein Studium geben, schließlich sei das Ziel - bessere Planbarkeit - verfehlt worden. "In der Form ist es Geschichte", so Töchterle. In einem Gespräch am 11. Oktober mit der Universitätskonferenz (uniko) und der Hochschülerschaft (ÖH) soll die Neugestaltung der Voranmeldung diskutiert werden, kündigte der Minister an.

Das schlechte Abschneiden österreichischer Universitäten bei den jüngsten Hochschul-Rankings führt Töchterle einerseits auf ungenaue Rankings, andererseits auf die schwierigen Rahmenbedingungen für Universitäten im Land zurück.

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