Tsunami-Hilfsbahnprojekt ins Wasser gefallen

5 Mio. oder 1,2 Mio.

© Kernmayer

Tsunami-Hilfsbahnprojekt ins Wasser gefallen

Das Projekt sei aufgrund von Ansprüchen der Regierung Sri Lankas ins Stocken geraten, sagte Gorbach.

Hochgeschwindigkeit "nicht verantwortbar"
Man habe nach der Flutkatastrophe unverzüglich reagiert und geholfen, "die ganz wichtige Nord-Süd-Bahnverbindung zwischen Colombo und Galle" wieder instand zu setzen, so der frühere Infrastrukturminister. Der angekündigte Ausbau der Bahnlinien-Strecke Colombo-Matara sei aber nicht in der angekündigten Form erfolgt. "Die Regierung von Sri Lanka wollte eine Hochgeschwindigkeitsstrecke daraus machen. So eine haben wir nicht einmal in Österreich. Das hätte man gegenüber dem österreichischen Steuerzahler nicht verantworten können", sagte Gorbach.

Fünf Mio. für Instandsetzung
Nach offiziellen Angaben vom Juni 2005, wo Gorbach sich an Ort und Stelle ein Bild von der Bahnstrecke machte, waren in die Instandsetzung der Strecke von österreichischer Seite zunächst fünf Mio. Euro geflossen. Rund 25 Mio. Euro hätten es nach damaligem Stand insgesamt werden sollen. Die an vielen Stellen völlig zerstörte Schieneninfrastruktur wurde zunächst provisorisch repariert, so dass sieben Wochen nach der Katastrophe wieder Züge verkehren konnten. Möglich war darauf allerdings nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 km/h. Diese hätte mittelfristig auf 80 km/h erhöht werden sollen, wie es damals hieß.

"Verantwortungsvoller Umgang"
Ex-Vizekanzler Hubert Gorbach hat das Vorgehen der damaligen Regierung, das Eisenbahnprojekt zwischen Colombo und Galle bzw. Matara nicht zu realisieren, nachdrücklich verteidigt. Man sei mit den Geldern - es ging beim Eisenbahnprojekt um 20 Mio. Euro, davon fünf Mio. Euro aus dem Katastrophenfonds - verantwortungsvoll umgegangen. "Dafür kritisiert zu werden, dafür hätte ich kein Verständnis", stellte der ehemalige Infrastrukturminister fest.

Nur 1,2 Mio. Euro Gelder?
Die angeblichen Ausgaben für das Bahnprojekt in Sri Lanka in Höhe von fünf Millionen Euro sind heute weder für das Verkehrsministerium noch für die ÖBB nachvollziehbar: Wie die Sprecherin von Verkehrsminister Werner Faymann (S), Angelika Feigl, sagte, habe man nur Gelder in Höhe von 1,2 Mio. Euro festmachen können, die damals für Decken, Zelte und andere Hilfsgüter als Soforthilfemaßnahmen der ÖBB geflossen seien. Aus heutiger Sicht lassen sich die angeblichen fünf Mio. Euro nicht nachvollziehen, so Feigl. "Die sind nirgends vermerkt."

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Live auf oe24.TV 1 / 9

Top Gelesen 1 / 10

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen