Schmied zu ÖSTERREICH

© TZ Österreich / Singer

"Unterschreibe Volksbegehren"

ÖSTERREICH: Verstehen Sie, dass Hannes Androsch ein Bildungsvolksbegehren plant?

Claudia Schmied: Ich sehe das positiv, wenn wir dadurch Rückenwind für eine Bildungsoffensive bekommen. Zudem beweist die Breite der Unterstützer, dass zukunftsorientierte Bildungspolitik Parteipolitik überwinden kann.

ÖSTERREICH: Würden Sie selbst das Volksbegehren unterschreiben?

Schmied: Ich werde mir den Text genau anschauen. Ich überlege ernsthaft, dass ich das Bildungsvolksbegehren unterschreibe.

ÖSTERREICH: Das ist ungewöhnlich für eine Ministerin.

Schmied: Ja. Aber es gehört zu meinen Staatsbürgerrechten in der Demokratie, ein Volksbegehren zu unterschreiben. Die Breite des „Begehrens“ ist entscheidend.

ÖSTERREICH: Sind Sie mit dem Bildungsbudget zufrieden?

Schmied: Noch bin ich nicht ganz zufrieden. Wissenschaftsministerin Karl und ich kämpfen gemeinsam für zusätzliche Budgets.

ÖSTERREICH: Kippt durch das Sparbudget der Ausbau der Neuen Mittelschule?

Schmied: Nein. Ich würde mich im Gegenteil freuen, wenn die Begrenzung auf zehn Prozent für Neue Mittelschulen fällt und wir ausbauen können. Das muss dann aber finanzierbar sein. Mein großes Ziel ist die gemeinsame Schule aller 10- bis 14-Jährigen und nicht, dass Hauptschule, AHS und Neue Mittelschule parallel nebeneinander laufen, wie einige Länder das wollen.

ÖSTERREICH: Erwin Pröll will aber neun verschiedene Systeme zulassen …

Schmied: Unvorstellbar. Ein Bildungs-Fleckerlteppich wäre eine internationale Blamage. Österreich ist viel zu klein für neun verschiedene Schulsysteme. Das würde Österreich auch in Bewertungen der internationalen Rating-Agenturen schaden.

ÖSTERREICH: Sind Sie weiter gegen die „Verländerung“ der Lehrerkompetenzen?

Schmied: Die Experten, 50.000 Lehrer und Bedienstete, die Vertreter von drei Millionen Eltern und die Kirchen sind dagegen. ­Eine Verländerung wäre nicht gut für Österreich.

ÖSTERREICH: Wie ist Ihr Verhältnis zu Erwin Pröll?

Schmied: Es ist kein Geheimnis, dass mir Stil und Kultur oft nicht gefallen haben. Jetzt herrscht wieder ein sachlicheres Klima. Wenn sich die Länder einigen, wird weiter verhandelt.

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