Van der Bellen bleibt im Nationalrat

Rot-Grün in Wien

© Bruna

Van der Bellen bleibt im Nationalrat

Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen, der trotz einer rekordverdächtigen Zahl an Vorzugsstimmen sein Wiener Gemeinderatsmandat nun doch nicht annimmt, hofft auf das Verständnis seiner Wähler. Ziel seines Antretens sei es gewesen, eine rot-grüne Stadtregierung Realität werden zu lassen, sagte er am Freitag: "In diesem Sinn waren diese Stimmen wirklich gut investiert. Ich danke dafür."

Sonderbeauftragter für Uni-Angelegenheiten

Ursprünglich habe er tatsächlich in den Gemeinderat gehen wollen. In den Koalitionsgesprächen habe sich aber herausgestellt, dass er auch anders zum Gelingen von Rot-Grün beitragen könne. Deshalb die "Meinungsänderung" und die Annahme des Angebots von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), als Sonderbeauftragter der Stadt für Universitäts-und Wissenschaftsangelegenheiten zu fungieren. Für diese Funktion sei es auch vorteilhaft, im Nationalrat zu bleiben, denn schließlich handle es sich um eine Bundesmaterie. "Das war die Überlegung. Ich hoffe, auch meine Wähler können das nachvollziehen", sagte er.

Direkt bei Häupl "angedockt"

Wie lange er diesen - unbezahlten - Job ausüben wird, weiß Van der Bellen nicht. "Das ist eine gute Frage, das haben wir bisher gar nicht explizit besprochen." Klar sei, dass er von der Stadt die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung gestellt bekomme, und zwar beim Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds WWTF. Ein Untergebener des früheren Wiener Vizebürgermeisters und ÖVP-Chefs Bernhard Görg, der dort als Vizepräsident fungiert, werde er aber nicht sein, betonte der Grüne. Er werde direkt bei Häupl "angedockt".

11.952 Vorzugsstimmen
Van Der Bellen hatte bei der Wahl am 10. Oktober 11.952 Wähler für sich eingenommen und gelangte damit vom eigentlich unwählbaren Platz 29 der Grünen Landesliste auf Platz 1 - eine Novität bei Wiener Wahlen. Durch den Verzicht auf das Gemeinderatsmandat kann nun ein anderer Neuling in das Stadtparlament einziehen. Es ist dies Senol Akkilic, ein Kandidat mit kurdischem Migrationshintergrund.

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