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In Caritas-Schule

Van der Bellen schweigt zu Kurz-Neuwahl-Forderung

Abseits der derzeitigen Turbulenzen hat sich Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Freitagvormittag rund eineinhalb Stunden Zeit für einen Termin abseits des tagespolitischen Geschäfts genommen. Er besuchte eine Wiener Schule, in der Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreut werden. Ein innenpolitisches Statement war ihm dabei nicht zu entlocken.

Keine Äußerung

Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass der Besuch des Staatsoberhaupt sich zeitlich mit dem mit Spannung erwarteten Statement von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) überschnitt. Dessen Äußerungen, wie etwa das Eintreten für Neuwahlen, wollte Van der Bellen vor Journalisten nicht kommentieren.

Der Bundespräsident äußerte sich lediglich zu Fragen, die mit dem Anlass seines heutigen Schultermins zusammenhingen. Dabei ging es um den von der Caritas betriebenen Schulstandort Am Himmel in Döbling, an dem Kids mit und ohne Behinderung gemeinsam betreut werden. Beeinträchtige Buben und Mädchen - sie machen rund ein Drittel der 67 Kinder aus - werden zwar separat unterrichtet, kommen aber bei gemeinsamen Aktivitäten wie Basteln, Musizieren oder Sport mit ihren  Kollegen ohne Behinderung zusammen.

Van der Bellen ließ sich unter anderem von Caritas-Präsident Michael Landau und der Schulleiterin Andrea Rieger durch die Räumlichkeiten führen, beäugte den Nachwuchs beim Gemüseschneiden, Herumtollen im Turnsaal oder beim Malen und Hämmern in der Werkstatt. "Das ist ein wichtiges, spannendes und interessantes Projekt", meinte das Staatsoberhaupt im Anschluss.

Berührende Geschichte

Eine Geschichte habe ihn sehr berührt: Ein Bub habe im Herbst noch von seinen Eltern getragen werden müssen. "Jetzt springt er mit Begeisterung im Turnsaal auf die Matte", erzählte er. Es sei toll, was hier möglich sei. Und das Projekt zeige, dass Inklusion funktioniere. Das müsse man einmal selbst erleben - denn: "Es gibt verschiedene Vorurteile auf beiden Seiten." Er selbst hoffe, einen kleinen Teil dazu beizutragen zu können, dass derlei Barrieren abgebaut würden.

Die betreffende Schule am Stadtrand war bis zum Herbst 2015 als reine Sonderschule geführt worden. Seither können auch Kinder ohne Behinderung den Standort besuchen. Im heurigen September soll noch einmal ausgebaut und auf Ganztagesbetrieb umgestellt werden, erzählte Leiterin Rieger. Neben der Schule betreibt die Caritas am Standort auch ein Tageszentrum und einen Hort. Auch einen großen Garten samt Glashaus, wo diverse Pflanzen gezogen werden, gibt es.

Den Jugendlichen dürfte es in den Klassen gefallen - glaubt man zumindest den Textzeilen jenes Liedes, das dem Präsidenten zum Abschied dargeboten wurde. "Die Schule ist aus, oh weh oh weh, und dann gehts nach Haus, oh weh oh weh", wurde da mit ernster Miene gesungen.

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