Van der Bellens Wahnsinns-Aufholjagd

Wahlkarten entscheiden

Van der Bellens Wahnsinns-Aufholjagd

Jubel statt lange Gesichter: „Das geht sich aus“, lautet das Motto bei den Van der Bellen-Anhängern im Wiener Palais Auersperg am Sonntagabend. Niemand will an den finalen Sieg Hofers glauben. Die Chance lebt – obwohl der blaue Kandidat hauchdünn vorne liegt. Für die euphorischen Fans des grünen Professor ist klar: „Die Wahlkarten werden es richten.“

Manager Lockl: "Das wird jetzt ein Fotofinish"

Auch Wahlkampfleiter Lothar Lockl sieht das so: „Das ist ein Fotofinish, haarscharf das Ganze!“

Lockl ist die Anspannung deutlich anzumerken. Aber: „Ein Erfolg ist es so oder so“, sagt der Wahlleiter. Man sei nach dem 1. Wahlgang 14 Prozent hinter Hofer gelegen und konnte noch eine „Welle der Unterstützung mobilisieren“.

Zuversicht
Die Nervenschlacht des Wahl-Thrillers ist auch Van der Bellen anzusehen: „Ich bin vorsichtig ­optimistisch“, verkündete er vor einer Horde Journalisten, als er im Amerlinggymnasium im sechsten Wiener Bezirk mit Ehefrau Doris Schmidauer wählen ging. Begeistert ist Van der Bellen vor allem von der „Welle der Sympathie und Unterstützung“, die ihm in den vergangenen Tagen noch einen kräftigen Schub gab: „Menschen, die sich spontan in U-Bahnen zusammenfinden und für mich singen. Das hat es in einem Wahlkampf noch nie gegeben“, so Van der Bellen. Aber: „Es steht Spitz auf Knopf“, kommentierte er schon beim Mittagessen.

Van der Bellen: "Vorsichtig, aber es sieht gut aus"

ÖSTERREICH: Wie sehen Sie das vorläufige Ergebnis?
Alexander van der Bellen: Die Wenigsten haben geglaubt, dass ich den Rückstand aufholen kann. Am 24. April war ich ja 14 Prozentpunkte hinten. Jetzt haben sich die einen für Herrn Hofer ausgesprochen, die anderen für mich. Meine Politik wird sein, die Gräben zuzuschütten und nicht neu aufzureißen.
ÖSTERREICH: Wie wird es letztlich ausgehen?
Van der Bellen: Ich bin vorsichtig zuversichtlich. Die Wahlkarten sind noch nicht ausgezählt. Und da schneide ich traditionell – vorsichtig gesagt – ganz gut ab. Es sieht ganz gut aus, aber wir werden sehen.
ÖSTERREICH: Haben sich die heftigen Reaktionen aus dem Ausland auf das Wahlverhalten ausgewirkt?
Van der Bellen: Österreich reagiert immer etwas nervös auf Zurufe aus dem Ausland. Die waren aber diesmal sehr beschränkt.

 

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