Grüner greift Hofer & Co. an

VdB: "Wer Öxit will, spielt mit Feuer"

ÖSTERREICH: Sind Sie angefressen, weil Sie einige schlampige Wahlleiter den Wahlsieg gekostet haben?

A. Van der Bellen:
Nein, überhaupt nicht. Der Verfassungsgerichtshof hat entschieden, wie er meint, entscheiden zu müssen – und damit hat sich’s. Wenn es mir gelungen ist, mit einer großen Bürgerbewegung die Wahl einmal zu gewinnen, dann sollte es auch ein zweites Mal gelingen.

ÖSTERREICH: Sind Sie sicher, dass Sie es schaffen?

Van der Bellen: Sicher kann man sich natürlich nie sein. Doch wenn man gesehen hat, wie junge Menschen in der U-Bahn spontan für einen singen – das stimmt mich optimistisch.

ÖSTERREICH: Fürchten Sie nicht, dass die FPÖ Rückenwind hat? Sie erweckt ja jetzt schon den Anschein, dass bei der Wahl nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei.

Van der Bellen: Es gibt keinen einzigen Hinweis, dass die Wahl verfälscht wurde. Aber gut, wenn sich die blauen Herren jetzt als Hüter des Rechtsstaates aufspielen wollen – dann sollen sie halt. Ich höre hingegen von vielen Unterstützern: Gut, dann gehen wir halt nochmals hin. Das passt schon.

ÖSTERREICH:
Wird das ein harter Wahlkampf?

Van der Bellen: Zunächst ist Urlaubszeit für die Leute, der Wahlkampf wird sich im September abspielen. Aber es ist ganz klar: Zwischen Herrn Hofer und mir liegen welt­anschaulich Welten. Das kommt auch im Wahlkampf wieder zum Ausdruck.

ÖSTERREICH: Nützt der Brexit nicht ebenfalls der FPÖ?

Van der Bellen: Ich glaube, es kann mir nützen. Die ­Briten haben sich enorm in die Bredouille geritten – fast hätte ich ein schlimmeres Wort verwendet. Die Wirtschaft wird einen enormen Abschwung hinlegen, Jobs gehen verloren. Da sieht doch jeder, wohin das führt. Ich denke, die Österreicher wollen mit großer Mehrheit keinen Öxit oder Brexit. 
Wer damit spielt, spielt mit dem Feuer. Straches Freunde wie Le Pen oder Wilders tun das.

ÖSTERREICH: Wahlkampf kostet Geld. Wie viel bekommen Sie von den Grünen?

Van der Bellen: Das ist noch offen. Wir hoffen vor allem auf viele Spenden von unseren Unterstützern.

Interview: G. Schröder

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