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Wut-Planer auf oe24.TV

Verkehrs-Papst: "Autos raus aus Städten"

Er ist der Verkehrspapst Österreichs: Jetzt sorgt Hermann Knoflacher für den Aufreger im staugeplagten Wien. In einem Interview mit dem deutschen Spiegel bekannte der Verkehrsexperte der Wiener TU, „systematisch Stau erzeugt“ zu haben.

"Autofahrer wird erst beim Aussteigen wieder Mensch"

Zudem provozierte er mit einem weiteren Statement. „Der Autofahrer ist kein Mensch. Er wird erst wieder zum Menschen, wenn er aus dem Auto steigt“, behauptet Knoflacher. Im Interview mit oe24.TV nahm er Stellung zu seinen provokanten Auto-Thesen.

Knoflacher oe24.TV © Michael Gruber

  • Über Autofahrer als Tiere: „Wenn der Mensch Auto fährt, wird er zu einem anderen Lebewesen. Kein Raubtier, aber der Autofahrer unterscheidet sich vom Menschen mehr, als Insekten sich von Menschen unterscheiden. Es gibt keine Insekten, die sich im natürlichen Lebensraum bewegen, um sich selbst zu töten. Das macht der Autofahrer. Er verbindet sich mit den 240 PS, und daraus wird das Lebe­wesen Autofahrer. Diese Wandlung findet tief im Stammhirn statt. Das Auto schlüpft in die tiefste Schicht des Stammhirns hinein und diktiert uns von dort aus. Von innen heraus bauen wir dann eine Welt für Autos. Eine Kuh würde nie eine ­Autobahn bauen, sondern sie würde sich die Wiese erhalten.“

  • Über Autos als Krankheit: „Wir bringen im Jahr 1,3 Millionen Menschen weltweit bei Verkehrsunfällen um. Das ist eine ganz schwere Krankheit. Wir haben 12 Mil­lionen Menschen, die jährlich früher sterben aufgrund der Abgase. Das wird in der WHO-Statistik unter den Krankheiten geführt.“

  • Über Autoverbote in Städten: „Die Stadtverwaltungen würden die Autos vor der Stadt abstellen und den öffentlichen Verkehr dort hinführen. In die Stadt fahren die Autos nur für jene Menschen, die sie brauchen, also Behinderte, Rettungsfahrzeuge, Handwerk und Handel. Die Wirtschaft könnte dann fließen. Nur 5 bis 10 Pro­zent des Verkehrs, den wir heute haben, sind überhaupt notwendig. Damit könnten wir die gleiche Qualität in Wien aufrechterhalten, ohne dass etwas passiert. Sie brauchen nur die Marktwirtschaft einführen in der Stadt. Der Quadratmeter in Wien kostet ziemlich viel. Wenn ich diese Quadrat­meter aufrechne, die als Wohnungen und Büros vermietet werden, dann müsste der Parkplatz in der Innenstadt pro Monat mindestens 500 Euro kosten. Jetzt zahlen sei einen Zehner im Monat, alles andere ist subventioniert.“

  • Über systematische Staus: „Als wir das gemacht haben, ist man viel mehr im Stau gestanden als heute. Wir haben die Stadt ganz wesentlich verbessert, indem wir diese Maßnahmen ergriffen haben. Die hatten aber nicht den Zweck, den Autofahrer zu ärgern. Der Zweck war, den Lebensraum für die Fußgänger, den öffentlichen Verkehr, die Radfahrer zurückzugewinnen.“

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