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Volksschüler sind beim Lesen mittelmäßig

PIRLS-Studie

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Volksschüler sind beim Lesen mittelmäßig

Die Lesekompetenzen österreichischer Volksschüler sind im internationalen Vergleich mittelmäßig. Das Ergebnis der internationalen Lese-Studie PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) ist am Mittwochnachmittag veröffentlicht worden. Österreich erzielt 538 Punkte. Das bedeutet Rang 20 unter allen 45 teilnehmenden Ländern und Provinzen (Schnitt 506 Punkte), bzw. Rang 12 unter den 19 teilnehmenden OECD-Ländern (Schnitt: 537 Punkte).

Die besten Resultate erzielten Russland und Hongkong (565 bzw. 564 Punkte). Bei PIRLS nicht beteiligt haben sich allerdings die Top-Leseländer bei der PISA-Studie wie Finnland, Südkorea und Australien.

Im Ländervergleich
Zum Teil liegen die einzelnen Staaten eng zusammen, wodurch knappe Punkteabstände statistisch nicht aussagekräftig sind. Für Österreich lässt sich aber sicher sagen, dass es signifikant schlechter als Russland, Hongkong, Singapur, Luxemburg, Italien, Ungarn, Schweden, Deutschland, die Niederlande, Belgien (flämischer Teil) und Dänemark abgeschnitten hat.

In etwa gleiche Ergebnisse erzielten Bulgarien, Lettland, die USA, England, Litauen, Taiwan.

Signifikant schlechter als Österreich abgeschnitten haben u.a. Neuseeland, die Slowakei, Schottland, Frankreich, Slowenien, Polen, Spanien, Israel, Island, der französische Teil Belgiens sowie Norwegen.

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Viele Risikoschüler
Wie schon bei der PISA-Studie 2003 fällt Österreich mit einem hohen Anteil an "Risikoschülern" auf. 16 Prozent der getesteten Volksschüler haben Mühe mit den einfachsten Leseaufgaben, wodurch Experten ihre persönliche und schulische Entwicklung gefährdet sehen. Damit verlassen rund 14.000 Zehnjährige die Volksschule mit ernsthaften Problemen beim Leseverständnis.

Zuwanderer deutlich schlechter
Immigranten-Kinder erreichen deutlich schlechtere Lese-Leistungen als Einheimische. Auch die Migranten der zweiten Generation, die also schon hier geboren sind, können nicht viel besser lesen als die der ersten Generation. Der Unterschied in der Leistung ist in Österreich am zweitgrößten.

Wenige Spitzenschüler
Nur acht Prozent der Volksschüler erreichten bei PIRLS die höchste Lese-Kompetenzstufe. Die meisten Spitzenleser haben Singapur, Russland und die kanadische Provinz Alberta (zwischen 17 und 19 Prozent).

Mädchen besser
Mädchen erzielten in allen Staaten bessere Leseleistungen als Burschen. Außerdem gab es einen Zusammenhang von Leseleistung und Kindergarten- bzw. Vorschulbesuch: Je länger eine solche Bildungseinrichtung besucht wurde, desto besser die spätere Leseleistung.

Weiters färbt die Leseaktivität der Eltern auf die Kinder ab: Kinder von Eltern, die selbst daheim lesen und ihre Kinder früh in spielerische Lese-Aktivitäten einbeziehen, schnitten bei PIRLS ebenfalls besser ab.

Sample der Studie
Bei PIRLS wurde in 45 Staaten bzw. Provinzen die Lesekompetenz von insgesamt rund 215.000 Schülern der vierten Schulstufe (in Österreich: vierte Klasse Volksschule) abgetestet. In Österreich nahmen im April und Mai 2006 mehr als 5.000 Kinder teil, das sind knapp sechs Prozent aller Schüler in der vierten Klasse Volksschule. Durchgeführt wurde die Studie von der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA).

Schmied bleibt konsequent
Für SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied ist das Ergebnis kein Anlass für "Luftsprünge", sie sieht sich aber in ihren Reformmaßnahmen bestätigt. Als Beispiele dafür nannte sie u.a. das ab Herbst 2008 verpflichtende Kindergartenjahr für Kinder mit Sprachdefiziten, eine weitere Qualifizierung der Lehrer und die weitere Senkung der Klassenschülerzahl auf 25.

ÖVP-Wissenschaftsminister Johannes Hahn fordert ein verpflichtendes Kindergartenjahr vor Schuleintritt, der Grüne Bildungssprecher Dieter Brosz einen kostenlosen Kindergartenbesuch, die Arbeiterkammer ein verpflichtendes und gebührenfreies Vorschuljahr und BZÖ-Bildungssprecherin Ursula Haubner ein "kostenloses Bildungsjahr im Kindergarten".

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