Werner Faymann neuer SPÖ-Parteichef

Porträt

Werner Faymann neuer SPÖ-Parteichef

Er war zwölf Jahre Wohnbaustadtrat in Wien, dann wechselte er Anfang 2007 als Infrastrukturminister in Alfred Gusenbauers Bundesregierung. Schon seit Jahren ist der ehrgeizige SP-Kommunalpolitiker für alle möglichen Ämter auf Bundesebene ins Spiel gebracht worden. Auch der innige Wunsch, eines Tages Michael Häupl als Bürgermeister abzulösen, wurde und wird ihm nachgesagt. Doch stattdessen hat er es jetzt geschafft: Er landete an der Spitze der SPÖ - als geschäftsführender Parteivorsitzender.

Ausgezeichnete Medienkontakte
Sonst weiß man nicht viel über den 47-jährigen Kommunalpolitiker, der dem Ruf als jugendliches Talent langsam zu entwachsen drohte. Er taucht häufig in der "Kronen Zeitung" auf. Zu Herausgeber Hans Dichand wird ihm ein inniges Verhältnis schon seit sozialistischen Jugendtagen nachgesagt. Überhaupt gilt Faymann als geschickter und einflussreicher Mann mit ausgezeichneten Medienkontakten.

So war Wolfgang Jansky, bevor er Geschäftsführer bei der Gratiszeitung "Heute" wurde, Faymanns Pressesprecher. Berühmt sind auch die über Bauträger finanzierten Wohnbeilagen in heimischen Tageszeitungen, die quasi als Nebeneffekt für eine Fülle strahlender Fotos des Stadtrats vor blitzblanken Neubauten sorgten. Abseits davon gilt Faymann im Umgang mit Journalisten als eher distanziert.

Ränkespiel mit Häupl
Im SPÖ-internen Ränkespiel wurde Faymann immer als Gusenbauer-Mann - und damit als Antagonist Häupls - gehandelt, auch wenn beide dies öffentlich immer abstritten und in gemeinsamen Pressekonferenzen Harmonie demonstrierten. Trotzdem: Beim Donauinselfest 2006 sah man Faymann nicht in Häupls Tross, sondern als Begleiter Gusenbauers. Und böse Zungen sehen den Konnex zu Gusenbauer darin zementiert, dass der bereits genannte Jansky mit SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures liiert ist - einer der engsten Vertrauten des SP-Chefs und neuen Bundeskanzlers.

Verheiratet und zwei Kinder
Faymann wurde am 4. Mai 1960 geboren. Nach der Matura begann er ein Studium der Rechtswissenschaften. Von 1981 bis 1987 war er Landesvorsitzender der Sozialistischen Jugend Wien, ab 1988 Geschäftsführer und Landesvorsizender der Wiener Mietervereinigung. Ab 1985 saß er für die SPÖ im Gemeinderat bzw. Landtag, und seit 1994 ist er amtsführender Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung. Er ist mit SP-Gemeinderätin Martina Ludwig verheiratet und hat zwei Kinder.

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