23. Dezember 2009 21:10
Nächste Runde im Streit um das geplante Asyllager im Burgenland. Wie der
Eberauer Bürgermeister Walter Strobl (ÖVP) gegenüber ÖSTERREICH bestätigte,
wird der Gemeinderat gleich nach den Feiertagen grünes Licht für eine
Volksbefragung über das geplante Asyllager auf Gemeindeebene geben.
Strobl. „Ich glaube schon, dass wir da schneller sein werden als das Land“,
spielt der Ortschef auf die von Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) geplante
Volksbefragung im gesamten Südburgenland an, die für Mitte März geplant ist.
Damit ist die Strategie der Lager-Befürworter rund um Innenministerin Maria
Fekter (ÖVP) klar: Sagen die betroffenen Ortsbewohner Ja, dann wäre Niessls
Abstimmung de facto gescheitert. Tatsächlich tut das Innenministerium
derzeit alles, um die Eberauer von den Vorteilen der Asyl-Erstaufnahmestelle
zu überzeugen:
- Bürgerbüro. Ein Bürgerbüro des Innenministeriums wurde
im Ort bereits eröffnet.
- Kampagne. Ab Jänner soll es eine „breite Kampagne“ geben, die
die Vorteile des Asyllagers hervorstreichen sollen. Strobl: „Wir müssen
das Arbeitsplatzargument hervorstreichen“. Laut Fekter werden in Eberau
130 Arbeitsplätze geschaffen – von Polizisten über Ärzte bis hin zu
Köchen.
- Hausordnung. Als Vorbild für die Kampagne dient das Asylzentrum
im Thalham (OÖ): Hier habe man mit einer strengen Hausordnung alle
Sicherheitsprobleme lösen können.
- Infrastruktur. Außerdem wird Fekter den Eberauern einen
großzügigen Ausbau der Infrastruktur versprechen: Schulen sollen nicht
– wie zunächst geplant – geschlossen werden, im Asyllager sei ein
Ärztezentrum geplant, das die Eberauer ebenfalls nutzen können. Auch
hier dient als Vorbild Thalham. Im Bezirk Gmunden war parallel zum Bau
des Asyllagers massiv in den Fremdenverkehr investiert worden.