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Wiener SPÖ schuf "Migranten-Restschule"

Trotz der Absage durch VP-Chef Josef Pröll hofft Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) weiterhin auf die Einführung einer gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen in Österreich. "Ich gehe davon aus, dass es ÖVP-intern noch Diskussionen geben wird", so Schmied in einem Statement. Sie werde "konsequent und unbeirrbar" an der Neuen Mittelschule weiterarbeiten und hofft auf Unterstützung aus der ÖVP, etwa durch Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und Wissenschaftsministerin Beatrix Karl.

Schmied verwies darauf, dass es auch im Interesse der ÖVP sei, dass Österreich im internationalen Vergleich der Schulsysteme aufholt. Das werde jedoch durch die Trennung der Schüler in AHS und Hauptschule mit zehn Jahren verhindert: "Die frühe Selektion der Kinder ist eines der größten Probleme". Pröll solle sich daher "nicht an einzelnen Begriffen festbeißen und Parteipolitik in der Schuldebatte forcieren", appellierte die Unterrichtsministerin.

Pröll sagt Nein
Zuvor gab es ein klares Nein zu einer gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen von ÖVP-Chef Josef Pröll: "Die Gesamtschule, in der alle in einen Topf geschmissen werden, kann ich mir nicht vorstellen", erklärt Pröll gegenüber mehreren Bundesländer-Zeitungen. Das würde auf eine Elitenbildung in Privatschulen hinauslaufen, befürchtet er und bezeichnet das Gymnasium als "absolut verteidigungswerten Teil des Schulsystems".

"Migranten-Restschule"
Für notwendig hält Pröll es dagegen, "bei den Hauptschulen anzusetzen". Besonders in Wien seien diese "von der SPÖ ganz bewusst zu einer Migranten-Restschule degradiert worden". Am Land funktioniere die Hauptschule dagegen sehr gut. "Ich will, dass unsere Kinder überall in den Hauptschulen Zukunft haben", so Pröll.

Gesamtschule "fantasielos"
Der ÖVP-Chef verweist auf das für Herbst geplante Schulmodell seiner Partei. In diesem wolle er zeigen, "wie wir uns die Bildungszukunft bis zur Matura bzw. zur Lehre, die Hauptschule, die Gymnasien vorstellen. Da wird es überraschende Möglichkeiten geben". Man müsse "weiter denken als bis zur fantasielosen Gesamtschule".

Im Mai hatte der ÖVP-Arbeitnehmerbund ÖAAB ein Bildungskonzept vorgelegt, in dem am differenzierten Schulsystem festgehalten, der Wechsel zwischen AHS und Hauptschule aber durchlässiger gestaltet wird. ÖAAB-Chef Außenminister Michael Spindelegger hatte damals erklärt, die wesentlichen Themen des Konzepts seien mit Pröll besprochen. Den folgenden Vorstoß von ÖVP-Wissenschaftsministerin Beatrix Karl für ein "Gymnasium für alle" hatte Pröll als "persönliche Meinung" Karls bezeichnet.

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