16. Juni 2010 11:54
Wiener Schüler fallen an Hauptschulen, AHS und berufsbildenden Schulen am
häufigsten durch. Das zeigen Zahlen der Statistik Austria aus der
aktuellsten Schulstatistik (Schuljahr 2007/08). An Hauptschulen und
AHS-Oberstufen bleiben Burgenländer am seltensten sitzen, an AHS-Unterstufen
Tiroler und im berufsbildenden Schulbereich die Steirer. In ganz Österreich
und über alle Schulstufen gerechnet sind pro Jahr rund 42.000 Kinder und
Jugendliche nicht aufstiegsberechtigt.
An den Hauptschulen blieben in ganz Österreich 4.000 der 251.000 Schüler
(1,6 %) sitzen (Wien: 3,8 %, Burgenland: 0,6 %), an den AHS-Unterstufen
4.800 der 116.000 Schüler, das sind 4,2 % (Wien: 5 %, Tirol: 3,1 %). An
AHS-Oberstufen sind 7.500 der knapp 83.000 Schüler bzw. 9,1 % nicht
aufstiegsberechtigt (Wien: 11 %, Burgenland: 6,8 %), an berufsbildenden
mittleren Schulen (BMS) 5.300 der 44.000 Schüler bzw. 12 % (Wien: 21 %,
Steiermark: 8 %) und an berufsbildenden höheren Schulen (BHS) knapp 12.000
von insgesamt 116.000 Schüler. Das sind 10,1 % (Wien: 16,1 %, Steiermark: 8
%).
Joker-Regel häufig angewandt
An mangelnder Kulanz ihrer
Lehrer dürfte das Abschneiden der Schüler in der Bundeshauptstadt nicht
liegen: In Wien und Kärnten wenden die Lehrer überdurchschnittlich häufig
die "Joker"-Regel an. Diese sieht vor, dass bei einem einzigen "Nicht
Genügend" im Zeugnis die Lehrer-Konferenz eine automatische Berechtigung zum
Aufsteigen in die nächsthöhere Schulstufe vergeben werden kann.
Mädchen durch die Bank besser
An Hauptschulen und
AHS-Unterstufen steigt die Zahl der Sitzenbleiber mit der Schulstufe, an
AHS-Oberstufen und im berufsbildenden Schulwesen fallen umgekehrt mit
Fortdauer der Ausbildung immer weniger Schüler durch. Mädchen sind in allen
Bundesländern und Schulformen erfolgreicher.
Die meisten Sitzenbleiber nach Schultypen gibt es übrigens an
berufsbildenden mittleren Schulen (12 %), in deren erster Schulstufe sind es
sogar 17 %. An zweiter Stelle liegen die BHS mit 10,1 % (erste Schulstufe:
15,5 %) und der AHS-Oberstufe (9,1 %, erste Schulstufe: 13 %). An
Volksschulen fallen dagegen nur 0,5 % der Kinder durch.