05. Juni 2010 13:05
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© Lisi Niesner/TZ ÖSTERREICH
Die neue Wien-Umfrage von Gallup ist für die SPÖ ein Schock - jetzt muss
Häupl raus aus der Hängematte und in den Ring mit Strache.
Laut Gallup würde die SPÖ ihre absolute Mehrheit in Wien derzeit noch
deutlicher verlieren als im Burgenland. Für Häupls Wiener SPÖ wären bei
einer Wahl diesen Sonntag nur noch 44 % drin – ein dramatisches 5-%-Minus zu
2005.
FPÖ legt deutlich zu
Strache hat es laut – üblicherweise
eher FPÖ-kritischer – Umfrage geschafft, in Wien in die Offensive zu kommen.
Mit 22 % durchbricht er nicht nur die 20-%-Marke und legt zu 2005
dramatische 7 % zu – er erhält die Dynamik, die die FPÖ mit ihren
Populismus-Wahlkämpfen benötigt, um Richtung 25 % zu kommen.
Häupl muss jetzt seine Zurückhaltung aufgeben und mit Strache in den Ring
steigen. Der Bürgermeister ist dem FPÖ-Chef in der Direktwahl meilenweit
überlegen, er kann darauf verweisen, dass Wien die lebenswerteste Stadt der
Welt ist – kann das Duell mit „Nazi Strache“ (O-Ton Häupl) für die
Mobilisierung der SPÖ-Basis nutzen.
Trotzdem: Wenn die Wiener ein Protestvotum abgeben, kommt Strache auf 30 %.
Wenn sie mit Sympathie für Stadt und Bürgermeister wählen, schafft Häupl
trotz Umfrage die Absolute.
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ÖSTERREICH: 22 % für die FPÖ in Wien. Labsal für Sie, nachdem
es im Burgenland nicht gut lief?
Heinz-Christian Strache: Was heißt, nicht gut lief? Wenn die
Stimmen im Burgenland nachgezählt sein werden, werden wir eine
Mandatsverdoppelung erleben. Wir gewinnen seit zwei Jahren alle
Wahlen! Aber Sie haben Recht: Das Umfrageergebnis ermutigt mich, wir
sind auf dem richtigen Weg.
ÖSTERREICH: Was ist Ihr Ziel in Wien? Mit 22 Prozent können Sie
wohl nicht Bürgermeister werden.
Strache: Unser Ziel ist es, die absolute Mehrheit und die
absolute Präpotenz der SPÖ zu brechen: Und das werden wir erreichen.
Wir wollen einen Politikwechsel. In der Sicherheitspolitik, in der
Sozialpolitik, wo die Sozialdemokratie nicht mehr darauf schaut, was
die Menschen brauchen.
ÖSTERREICH: Trotzdem nennt Häupl Sie Loser.
Strache: Die SPÖ ist die Loserpartei. Er hat doch die Devise
ausgegeben, dass unter seiner Führung die SPÖ nicht mehr gewinnen darf.
ÖSTERREICH: Aber Herr Strache, Ihnen geht es doch darum, via Wien
die Große Koalition zu destabilisieren und Neuwahlen im Bund
herbeizuführen.
Strache: Diese Regierung ist doch schon völlig instabil. Sie
hat nicht einmal den Mut, den Menschen zu sagen, dass im Herbst ein
Riesensparpaket von 21 Milliarden Euro geschnürt werden soll. Faymann
steht schon der Angstschweiß auf der Stirn. Er weiß genau, dass die
SPÖ einen so unsozialen Politiker wie ihn davonjagen wird. (gü)
Interview: Günther Schröder
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