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Trauer

"Wir vermissen unsere Ministerin"

Der Tod von Gesundheits- und Frauenministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) hat am Freitag weitere Reaktionen ausgelöst. An Regierungsgebäuden in Wien wurden als Zeichen der Trauer schwarze Flaggen gehisst und Fahnen auf Halbmast gesetzt. "Wir vermissen unsere Ministerin", hieß es seitens der Ministeriumsmitarbeiter.

Schwarze Flagge Oberhauser © APA/HERBERT PFARRHOFER © APA/HERBERT PFARRHOFER

"Wir verlieren mit Sabine Oberhauser eine beeindruckende Politikerin, eine wunderbare Chefin und einen liebenswerten Menschen", erklärte Clemens Martin Auer, Sektionschef im Bundesministerium für Gesundheit und Frauen am Freitag. Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer (ÖVP) hob Oberhausers Einsatz für die bestmögliche ärztliche Versorgung der Bürger vor allem am Land hervor. Die Gemeinden würden mit Oberhauser eine Kämpferin für eine bessere Gesundheitsversorgung verlieren, so Mödlhammer.

"Schwerer Verlust"

Auch das Präsidium der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) würdigte die Arbeit der Gesundheitsministerin. "Gerade in ihrem unermüdlichen Einsatz für die Weiterentwicklung des Gesundheitssystems, getragen von den Werten Humanität, Qualität sowie Versorgungssicherheit für alle Österreicher, aber auch in ihrer Sorge um jene, die in der Patientenversorgung beschäftigt sind, zeigte sich ihr großes Herz für die Menschen unsers Landes", betonte ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger.

Die Interessenvertretung der pharmazeutischen Industrie Pharmig sprach von einem schweren Verlust. Oberhauser sei eine "treibende und positive Kraft zur Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems" gewesen, sagte Pharmig-Präsident Martin Munte. Caritas-Präsident Michael Landau lobte Oberhausers Engagement für mehr soziale Gerechtigkeit. "Sie war eine Frau mit Haltung. Und sie wird fehlen", erklärte Landau.

Tief betroffen zeigten sich auch die Industriellenvereinigung (IV), weitere Gewerkschaftsgruppierungen, Landwirtschaftskammer und ÖVP-Wirtschaftsbund. "In zahlreichen Gesprächen habe ich Sabine Oberhauser als extrem kompetente und sympathische sowie liebenswürdige Persönlichkeit kennen und schätzen gelernt", meinte etwa IV-Präsident Georg Kapsch. "Sabine Oberhauser war eine engagierte und unermüdliche Kämpferin für Gleichstellung und Chancengleichheit", so der Gewerkschafter Rainer Wimmer.

Frauenring betonte Oberhausers Rolle

Der Österreichischen Frauenring betonte Oberhausers Rolle aus Frauenpolitikerin. Die Dachorganisation erinnerte dabei an frühere Aussagen Oberhausers: "Politik ist Bohren harter Bretter. Bei Frauenpolitik kommt noch eine Stahlplatte hinzu" - "Frauen müssen lästig sein. Ich habe aber nicht vor, dabei verhärmt und verbiestert zu sein. Ich werde mir mein Lachen und mein freundliches Gesicht nicht verderben lassen." - "Weder Alibiaktionen noch Schönreden hilft den Frauen. Wir müssen endlich unsere Sache selbst in die Hand nehmen und, wenn notwendig, mehr als nur kräftig auf den Tisch hauen. Frauen müssen endlich von der Dienerinnenrolle Abschied nehmen und Selbstbewusstsein zeigen. Nicht nur am Internationalen Frauentag, sondern tagtäglich und überall."

Oberhauser, die von 2004 bis 2006 Vorsitzende des Frauenrings war, werde als engagierte und warmherzige Feministin in Erinnerung bleiben, hieß es seitens der Frauenorganisation. Oberhauser habe sich immer wieder für konkrete Maßnahmen gegen Frauenarmut und Einkommensbenachteiligung eingesetzt und Frauen Mut gemacht.
 

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