Demo am Heldenplatz

"Wir wollen Rechte, keine Schläge"

Rund 700 Personen haben nach Polizeiangaben am Dienstag in Wien unter dem Motto "Wo ist meine Stimme?" für den nach den iranischen Präsidentschaftswahlen unterlegenen Kandidaten Mir-Hossein Moussavi und eine Wahlwiederholung demonstriert. Transparente mit der Aufschrift "Wahlbetrug Volksbetrug", "Where is my vote" und "Wir wollen Rechte, keine Schläge" waren auf dem Heldenplatz zu sehen. "Unser Ziel ist eine kritische Stellungnahme gegenüber den iranischen Machthabern", sagte einer der vermummten Teilnehmer.

"Freie Wahlen, freie Menschen"
Sprechchöre mit den Worten "Freiheit, Freiheit" sowie "Freie Wahlen, freie Menschen" waren auf iranisch und deutsch von den hunderten Protestteilnehmern zu hören. Einer der Veranstalter bat die anwesenden Medien auf Farsi, keine Videos oder Fotos zu machen, da das für einige Teilnehmer gefährlich werden könne. Aufgrund mangelnder Dolmetscher an den Mikrofonen ging diese Aufforderung ins Leere.

Die Demonstration begann um 17.00 Uhr vor der Wiener Hofburg, danach setzte sich der Protestzug in Richtung iranischer Botschaft in Bewegung, wo schließlich gegen 19.15 Uhr die Abschlusskundgebung stattfand. Die Veranstaltung verlief störungsfrei.

Tote und Verletzte im Iran
Bereits seit Tagen finden im Iran Demonstrationen mit hunderttausenden Teilnehmern gegen die Wiederwahl des Amtsinhabers Mahmoud Ahmadinejad statt. Zudem wird der Regierung Wahlfälschung vorgeworfen. Bisher wurden bei den Protesten offiziell sieben Menschen getötet. Zudem wurden mehrere Demonstranten verletzt und ranghohe Reformpolitiker festgenommen, darunter der ehemalige Vize-Präsident Mohammed Ali Abtahi.

EU und USA bezweifeln Wahlausgang
International nahm die Kritik an der Regierung der Islamischen Republik zu. Die USA äußerten Zweifel am Wahlergebnis. Die EU-Außenminister forderten eine Überprüfung des Ergebnisses. Die deutsche Bundesregierung forderte ein sofortiges Ende des gewaltsamen Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten und bestellte aus Protest den iranischen Botschafter in Berlin ein. Der britische Premierminister Gordon Brown forderte die iranische Führung auf, die "ernsten Fragen" zum Ablauf des Urnengangs zu beantworten. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verlangte, den Volkswillen zum Zuge kommen zu lassen.

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