Wirbel um „Blaue Lady“

Burgenland

Wirbel um „Blaue Lady“

Sie ist mit Sicherheit die schillerndste und umstrittenste Persönlichkeit rund um die heiß umfehdete rot-blaue Koalition im Burgenland: Ilse Benkö (54), die schon bald als Dritte Landtagspräsidentin 8.306 Euro verdienen wird.

Die FPÖlerin steht derzeit aber auch wegen ihrer angeblich „braunen Wurzeln“, die ihr von politischen Gegnern nachgesagt werden, im Mittelpunkt: Benkö soll die En­kelin einer burgenländischen Nazigröße sein, heißt es.

Die Wahrheit ist: Benkö ist die „politische Ziehtochter“ des blauen Ex-Landesvizes Eduard Nicka. Von ihm hatte sie 2000 auch das Landtagsmandat übernommen.

Vater ihres politischen Ziehvaters Kriegsverbrecher
Nazi-Massaker. Und der ist der Sohn des ehemaligen NS-Kreisleiters von Oberwart, in dessen Zeit die berüchtigten Massaker von Rechnitz und Deutsch Schützen (über 300 jüdische Zwangsarbeiter ermordet) stattfanden und der nach 1945 wegen Kriegsverbrechen zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

„Für mich kein Thema“, sagt Benkö im ÖSTERREICH-Interview
Schrill. Ilse Benkö sorgt in jedem Fall für Aufregung. Die ledige Lederträgerin („Mein Privatleben ist trübe.“), bekennende Kettenraucherin und Spritzer-Trinkerin ist auf YouTube mit ihrem Wahlkampf-Song („ehrlich, grod und recht – blaue Lady“) längst ein Star – 300.000 Zugriffe. Ihre private Facebook-Seite ist allerdings seit Dienstag gelöscht.

Interview: »Verstehe nicht, warum alle so nervös sind!«

ÖSTERREICH: Verstehen Sie die Aufregung um Rot-Blau?
Ilse Benkö: Ich verstehe überhaupt nicht, warum deswegen alle so nervös sind. Ich freue mich, dass Landeshauptmann Hans Niessl nicht eine Politik der Ausgrenzung von Wählern betreibt. Jetzt muss die Regierung arbeiten. Und am nächsten Wahltag kommt sowieso die Rechnung der Wähler, ob die Arbeit gut war oder nicht.

ÖSTERREICH: Eduard Nicka gilt als Ihr politischer Ziehvater. Was hat er Ihnen auf den Weg mitgegeben?
Benkö: Das stimmt, dass Edi Nicka mein politischer Ziehvater war. Da er im Zivil­beruf Lehrer war, hat er mir vor allem im Bereich Bildung viel mitgeben. Und er hat mir gesagt, dass ich auf die ältere Generation nicht vergessen darf.

ÖSTERREICH: Der Vater von Eduard Nicka war nationalsozialistischer Kreisleiter. War das für Sie im Umgang mit Nicka nie bedenklich?
Benkö: Das ist für mich kein Thema und Geschichte. Ich habe den Vater von Nicka nicht gekannt. Mit Dingen, die irgendwann einmal waren, beschäftige ich mich nicht. Ich habe damit nichts zu tun gehabt und will damit nie zu tun haben.(iri)

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