Wo die Koalition Urlaub macht

Ab in die Ferien

Wo die Koalition Urlaub macht

Kanzler Werner Faymann entspannt in der Provence, sein „Vize“ Josef Pröll verabschiedet sich in Richtung Oberitalien, Johannes Hahn segelt in Kroatien (immerhin: sein Dienstwagen ist wieder daheim).

Polit-Urlaub
Kurzum: Die Koalition hat sich Ferien verordnet, sperrt für die nächsten zwei Wochen den Laden zu. Gleich zwölf der insgesamt 14 Minister haben die Koffer gepackt und wollen im Ausland Kraft tanken, wohl für die nächsten Koalitions-Duelle im Herbst.

Österreich und Mittelmeer
Auch wenn im RegierungsAlltag das Hickhack zwischen Rot-Schwarz dominiert, bei den Trenddestinationen herrscht traute Einigkeit in der Koalition. Ganz oben auf der Hitparade der Urlaubsziele stehen bei Faymann & Co. Österreich und das Mittelmeer.

Entspannen in der Provence
Für den Bundeskanzler ist es der erste längere Urlaub seit über einem Jahr. Zuerst Wahlkampf, dann Koalitionsverhandlung und Weltwirtschaftskrise. Da blieb nicht viel Zeit für das Privatleben. Die nächsten zwei Wochen sind für die Familie reserviert.

„Im Vorjahr mussten wir durch den plötzlichen Wahlkampf unseren Urlaub absagen. Seither waren immer nur Kurzurlaube möglich. Aber auch die wurden von spontanen Terminen unterbrochen“, erzählt Martina Faymann im Interview (siehe unten). In den nächsten zwei Wochen wird nachgeholt, was schon für Sommer 2008 geplant war. Eine Woche entspannen in der idyllischen Provence in einem kleinen Hotel und dann noch einige Tage Wandern in der Ramsau. Tochter Flora (6) freut sich ganz besonders auf den Urlaub mit ihrem viel beschäftigten Papa.

ÖSTERREICH: Frau Faymann, in den letzten Jahren haben Sie immer Urlaub in Venedig gemacht. Warum geht es dieses Jahr in die Provence?
Martina Faymann: Wir hatten schon voriges Jahr die Provence ins Auge gefasst. Aber dann war wegen des Wahlkampfs keine Zeit für Ferien. Es ist schon lange ein Wunsch von mir, diese Gegend zu besuchen. Ich möchte unbedingt die blühenden Lavendelfelder sehen und die kleinen Bergdörfer besuchen.

ÖSTERREICH: Wo werden Sie in der Provence urlauben?
Faymann: Wir fliegen dieses Wochenende nach Nizza und fahren dann mit einem kleinen Leihauto in die Nähe von Grasse.

ÖSTERREICH: Wohnen Sie in einem Hotel oder in einem Ferienhaus?
Faymann: Mein Wunsch war eigentlich, eine Ferienwohnung zu finden. Aber dafür waren wir schon zu spät dran, alles war schon ausgebucht. Ich habe über das Internet ein kleines Hotel mit Swimming-Pool gefunden und auch gleich gebucht. Es liegt mitten auf einen Hügel mit einer wunderschönen Aussicht.

ÖSTERREICH: Was haben Sie im Urlaub vor – mehr Sightseeing oder einfach nur Entspannen?
Faymann: Wir haben noch keinen genauen Plan, weil ich noch keine Zeit hatte, die Reiseführer zu lesen. Aber eines ist sicher: Der Urlaub soll entspannt sein. Mit unserer kleinen Tochter können wir ohnehin keine zu langen Autofahrten machen. Ich glaube, wir werden beim Frühstück spontan entscheiden, wie der Tag ausschauen wird. Tagsüber werden wir am Pool Spaß haben und am Nachmittag die Provence erkunden.

ÖSTERREICH: Werden Sie den Urlaub auch zum Ausschlafen nützen, nach dem anstrengenden Jahr?
Faymann: Nein, wir sind keine Langschläfer. Spätestens um 8.00 Uhr sind wir munter. Aber meistens weckt uns ­unsere Tochter gegen sechs Uhr auf.

ÖSTERREICH: Ihre kleine Tochter Flora hat im letzten Jahr oft auf ihren Vater verzichten müssen. Freut sie sich schon auf die gemeinsame Zeit?
Faymann: Oh ja! Sie hat viele Bücher mitgenommen, die sie von ihrem Papa vorgelesen bekommen möchte. Und dann darf ich natürlich auch nicht auf die Uno-Karten beim Einpacken vergessen. Das ist das Lieblingsspiel von Flora.

ÖSTERREICH: Wie lange bleiben Sie in der Provence?
Faymann: Auf jeden Fall eine Woche. Aber ich hoffe, dass daraus zehn Tage werden, wenn es die Politik zulässt.

ÖSTERREICH: Wie schaltet man die Politik im Urlaub aus?
Faymann: Das geht natürlich nicht, denn das Handy läutet natürlich auch im Urlaub.

ÖSTERREICH: Hoffen Sie, dass es in der Provence ein Funkloch gibt?
Faymann: Das wäre eine verlockende Perspektive (lacht). Aber im Ernst: Es ist wichtig, dass der Kanzler auch im Urlaub erreichbar ist.

Pröll in Bella Italia
Ähnlich wie der Kanzler wird auch Josef Pröll mit seiner Frau Gabi und seinen drei Kindern Alexander, Viktoria und Isabella zuerst in Oberitalien Erholung suchen und dann ganz patriotisch auch in Österreich relaxen. Nach einer Woche in Bella Italia bei Pasta und Chianti wechselt der Pröll-Clan in die Tiroler Bergluft. Die VP-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner hat in Kärnten und in Griechenland einen Urlaub gebucht.

Überzeugter Österreich-Fan ist Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Wandern mit Freunden am Semmering und in Puchberg am Schneeberg stehen am Programm. Dazwischen schiebt die Kulturliebhaberin auch eine Opernvorstellung bei den Salzburger Festspielen ein.

Darabos in den USA
Seit 27. Juli ist Verteidigungsminister Norbert Darabos mit Frau Irene und Sohn Ralph (14) in den USA unterwegs. Badeurlaub in Florida ist gebucht und dann besucht der SP-Minister Chicago. Hier will er sich auf die Spuren von ­Barack Obama begeben.

Ebenfalls ein USA-Fan ist – und das überrascht – Umweltminister Niki Berlakovich. Ihn plagt freilich das schlechte Gewissen für die Flüge und er zahlt privat eine CO2-Kompensation.

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