Grasser: Das neue Verhör

Buwog

© TZ ÖSTERREICH/Bruna

Grasser: Das neue Verhör

Dieses Mal dauerte die Einvernahme vor den Staatsanwälten "nur" zwei Stunden – und blieb kurzfristig geheim. Karl-Heinz Grasser sagte gestern – wie von ÖSTERREICH angekündigt – zum dritten Mal vor den Ermittlern der Soko Buwog aus. Die ersten beiden Verhöre dauerten bekanntlich insgesamt über 13 Stunden.

Grasser – gegen den wegen des Verdachts der Untreue im Fall von 60.000 Wohnungen der Buwog ermittelt wird – brachte den zwei Staatsanwälten gestern "freiwillig" Unterlagen bezüglich seiner "vergessenen" Steuern mit.

Die Staatsanwälte wollten sich mit ihm allerdings lieber über seine Freunde Walter Meischberger und Peter Hochegger unterhalten, die erheblich (rund zehn Millionen Euro) vom Buwog-Deal 2004 profitiert hatten. Das Steuerverfahren gegen Grasser wird hingegen von Steuer­ermittlern geprüft werden – nicht von den Buwog-Staatsanwälten.

Kontoöffnungen in Liechtenstein & Schweiz
Sämtliche Fragen sind für die Staatsanwälte in der Causa Grasser allerdings noch offen. Daher wird der Ehemann von Fiona Swarovski noch mehrere Male aussagen müssen, wie die Staatsanwaltschaft Wien nun erklärt.

Von besonderem Interesse für die Ermittler sind schließlich nach wie vor Grassers Konten:

  • Die Konten auf österreichischen Banken wurden bereits geöffnet. Seit Wochen versuchen die Ermittler mögliche Geldflüsse ins Ausland zu prüfen.
     
  • Zwei Grasser-Stiftungen in Liechtenstein sind für die Ermittler hingegen noch verschlossen. Die Staatsanwaltschaft hat bereits zwei Amtshilfeansuchen an Liechtenstein geschickt, um Licht ins Konto-Dunkel zu bringen – bislang ohne Erfolg.
     
  • Zudem wollen die Beamten auch Einblick in ein Schweizer Konto erlangen, von dem insgesamt drei Millionen Euro für einen Wohnungskauf Grassers nach Wien geflossen sind.
     
  •  Und auch britische Karibikinseln interessieren die heimische Justiz in Sachen Grasser.

Für Grasser gilt natürlich weiterhin die Unschuldsvermutung.

Besuch von der Justiz soll in Kürze übrigens auch Grassers Schwiegermutter Marina Giori erhalten: Ihre Konten sollen in Kürze geöffnet werden, da Grasser laut Eigenangaben ja auch Geld für Fionas Mutter verwaltet hatte.

Ob dann Licht ins Grasser-Dunkel kommen wird?
 

Hochegger-Konten wurden geöffnet

Alle Konten von Karl-Heinz Grassers Chef-PR-Berater Peter Hochegger wurden von der Staatsanwaltschaft geöffnet. Das berichtet der Kurier.

Demnach sollen sämtliche privaten Bankverbindungen, aber auch Firmen- und Auslandskonten in den vergangenen Tagen und Wochen geknackt worden sein.

Auffällige Honorare
Hocheggers Geldflüsse sind in den Buwog-Ermittlungen von zentraler Bedeutung. Zuletzt kam der PR-Berater Hochegger aber auch mit hohen Honorarzahlungen von Telekom Austria, ÖBB und Porr an seine Agentur in die Schlagzeilen. Immerhin flossen 25 Millionen Euro von der Telekom Austria an Hochegger – bei den ÖBB waren es immerhin 5 Millionen Euro.

Liechtenstein-Connection
Hocheggers Auslandskonten liegen teilweise in Liechtenstein und auf der Steueroase Zypern – hier soll die Öffnung wegen der langwierigen Amtshilfeverfahren länger gedauert haben. Mitbetroffen ist auch Hocheggers und Grassers gemeinsamer Freund Walter Meischberger. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Untreue und Beihilfe zur Untreue. Die Behörden interessiert zudem mögliche Korruption in mehreren Fällen. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

Autor: Isabelle Daniel, (flo)
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