01. September 2010 21:49
Volten. Vor der Stiftungsratssitzung am 9. September spitzt sich der
rot-schwarze Krieg um den ORF weiter zu: Gestern bestellte
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz Stefan Ströbitzer zum neuen
Radio-Chefredakteur. Die ÖVP-Spitze zeigte sich hinter den Kulissen wenig
erfreut – obwohl Ströbitzer ausgezeichnete Kontakte vor allem zur NÖVP hat:
„Das ist wieder eine Entscheidung gegen die ORF-Redakteure, die für
Aigelsreiter votiert haben. Wrabetz macht sich zum Erfüllungsgehilfen der
SPÖ.“ Man werde daher Karl Amon „sicher nicht zum Radiodirektor wählen“.
ORF-Infochef Hannes Aigelsreiter, Favorit der ORF-Redakteure, erklärt
ÖSTERREICH: „Mit mir hat von der Geschäftsführung noch niemand geredet.“ In
der SPÖ „wundert“ man sich indes, dass „die ÖVP aus Ströbitzer versucht,
einen Roten zu machen. Absurd.“
Derzeit zeichnet sich jedenfalls eine schwarz-blau-grüne Front gegen Amon
als Radiodirektor ab. Nun versucht die SPÖ, die Betriebsräte, die
unabhängigen ORF-Stiftungsräte und das BZÖ für Amon zu gewinnen.
Wiener VP schießt sich jetzt auf Pilz ein
Clinch. Dass der Ex-Kabinettschef von Ex-VP-Innenminister Strasser,
Christoph Ulmer, für die Werbelinie der Wiener VP zuständig ist, erhitzt wie
berichtet die Gemüter. Der Grüne Peter Pilz will, dass „alle VP-Ministerien
offenlegen, ob Ulmer sie berät und dafür etwa den Wiener Wahlkampf
günstiger“ mache. Wiens VP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter schießt sich
nun im ÖSTERREICH-Gespräch auf Pilz ein: „Das ist ein völliger Holler von
Pilz. Er ist ein Brunnenvergifter. Die Grünen sind abgemeldet und er will
durch diese falschen Behauptungen ins Gespräch zu kommen.“ Pilz’ Konter:
„Die ÖVP soll alles zu Ulmer offenlegen. Dann werden wir sehen, wer den
Holler verzapft.“
Das schwarz-grüne Duell ist eröffnet ...