09. Februar 2010 14:22
Obmann-Schlachten. Die Kärntner SPÖ beweist derzeit in ihrer
Lieblingsbeschäftigung „vorbildliche“ Perfektion: Obmann-Schlachten heißt
das Spiel, das die Genossen in Kärnten seit Jahrzehnten so leidenschaftlich
praktizieren. Im März findet nun wieder ein SPÖ-Parteitag statt, um einen
Nachfolger für den amtierenden roten Boss, Reinhard Rohr, zu küren. Dieser
wurde medienwirksam – mitten im BZÖ-FPK-Chaos – vom SP-Bürgermeister
Villachs, Helmut Manzenreiter, abgeschossen.
Und, weil die Kärntner Roten beweisen wollen, dass sie die Kunst der Intrige
noch verfeinert haben, killen sie nun bereits im Vorfeld alle potenziellen
Nachfolger Rohrs. Der ursprüngliche Favorit der Bundes-SPÖ, Wolfbergs
Bürgermeister Gerhard Seifried, wurde – wie an dieser Stelle prognostiziert
– erfolgreich vom Spittaler SP-Bürgermeister Gerhard Köfer verhindert.
Wann Wien eingreift. Dieser hat nun seinen Kollegen ein Konzept zur
Reformierung seiner Partei vorgelegt – und will selbst Chef werden. Und
prompt – erraten – wetzte Manzenreiter die Messer gegen ihn. Am 15. Februar
soll im SP-Vorstand in Klagenfurt eine Vorentscheidung getroffen werden.
Erst knapp davor will sich SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann einmischen. Der
Kanzler hatte bislang auf Manzenreiter oder Seifried gesetzt. Gegen
Manzenreiter – dem eine Überraschungskandidatur zugetraut wird – ist der
Unmut freilich zu groß. Ob letztlich doch wieder Seifried ins Spiel kommt?
ORF-Gesetz liegt auf Eis, erst im Herbst gibt’s Geld
Vertagt. Derzeit werden gerade die Faxstimmzettel für die
ORF-Publikumsratswahl ausgezählt. Insgesamt haben sieben Prozent der
Stimmberechtigten ihr Votum abgegeben – das letzte Mal waren es drei
Prozent. Und so macht sich die ÖVP Hoffnungen, dass sie dieses Mal
vielleicht doch besser mobilisieren konnte und doch noch eine absolute
SP-Mehrheit im ORF-Stiftungsrat verhindern kann.
Experten gehen davon aus, dass die SPÖ – dank Mobilisierung der
Pensionistenvertreter und Betriebsräte – letztlich wieder gewinnen wird. Und
daher wird das ORF-Gesetz wohl noch länger auf Eis liegen. Derzeit
verhandeln SP-Medienstaatssekretär Josef Ostermayer und VP-Klubchef
Karlheinz Kopf nicht einmal darüber. Ein VP-Spitzenmann sagt: „Im Frühjahr
wird Kopf einlenken. Es geht nicht anders.“ Spätestens im Herbst soll der
ORF dann die versprochenen 160 Millionen Euro erhalten.