25.03.

25.03.

VP wirft Verein nach Enthüllung raus

Die Nachricht löste in der ÖVP ein mittleres Erdbeben aus: Unmittelbar nachdem ÖSTERREICH als erste Zeitung einen Brief des VP-nahen Wiener Akademikerbundes gestern veröffentlichte, liefen die Telefone in der schwarzen Parteizentrale in Wien heiß.

Das Schreiben an mehrere Regierungsmitglieder hatte es schließlich in sich. Der Obmann des Wiener Bundes, VP-Mitglied Josef M. Müller, forderte nicht mehr und nicht weniger als die "ersatzlose Aufhebung“ des NS-Verbotsgesetzes.

VP-Chef Josef Pröll verurteilte das Schreiben ebenso wie sein Klubobmann Karlheinz Kopf und alle seine Minister. Die Wiener VP-Chefin, Christine Marek, schickte Müller noch gestern einen Brief, in dem sie ihm seinen "Parteiausschluss wegen parteischädigenden Verhaltens“ erklärte.

VP-Chefin Marek: "Fiedler muss sich klar distanzieren"

ÖSTERREICH: Nach der ÖSTERREICH-Story über den Anti-NS-Verbotsgesetzbrief des Wiener Akademikervereins haben Sie rasch reagiert...

Christine Marek: Ja, diese Positionen widersprechen dem Rechtsstaat und der Wiener ÖVP. Ich habe daher den Obmann des Wiener Akademikerbundes Müller heute nach Ihrem Bericht aus der VP ausgeschlossen. Auch der Status der VP-nahen Organisation wurde heute sistiert. Ich will mit solchen absurden Positionen nichts zu tun haben.

ÖSTERREICH: VP-Mitglied Franz Fiedler ist Obmann des Bundes-Akademikerverbandes. Hat er auch Verantwortung daran?

Marek: Ich erwarte, dass er ganz klare Worte der Distanzierung findet. Da darf es kein Zaudern geben. Die Inhalte des Briefes sind unerträglich und nicht schön zu reden.

Dem Wiener Verein wurde nach dem ÖSTERREICH-Bericht per Rundlaufbeschluss der Status als "VP-Vorfeldorganisation“ sistiert.

Fiedler auf Tauchstation, dann distanzierte er sich
Der Obmann des Bundes-Akademikerbundes, VP-Mitglied und Ex-Rechnungshofpräsident Franz Fiedler, ging hingegen stundenlang auf Tauchstation. Sämtliche VP-Granden versuchten Fiedler vergeblich zu erreichen, um von ihm eine Distanzierung von den Forderungen zu hören. Bis er sich dann endlich von den „Inhalten distanzierte“. Bei einer Delegiertenkonferenz des Akademikerbundes am Freitag "wird man die Sache diskutieren müssen“, erklärt Fiedler.

In dem Brief sind jedenfalls auch weitere Positionen "bemerkenswert“. Herr Müller forderte auch die Streichung des Gleichbehandlungsgesetzes.

Und der nun aus der ÖVP ausgeschlossene Müller wollte auch das Ende der Fristenlösung: "Die Rolle des Staates nicht nur als Dulder, sondern als Mithelfer bei der Tötung des menschlichen Lebens ist unerträglich und bedarf einer fundamentalen Korrektur."

Der Brief im Wortlaut:

verbotsgesetz

Alle Fakten zum VP-nahen Akademikerbund

Gründung: 1953 – VP-Nähe in Statuten festgeschrieben

Der österreichische Akademikerverbund wird 1953 von Hans Wollinger gegründet. Im selben Jahr wird er als VP-naher Verein festgeschrieben: Er ist ein „der Österreichischen Volkspartei nahestehender Verein“.

Gegengewicht zu roten Akademiker

Leopold Figl und Julius Raab waren prominente Mitglieder. Der Verein bekannte sich damals zu einem „christlich-humanistischen Weltbild“ und wollte einen Kontrapunkt zum Bund sozialdemokratischer Akademiker setzen.

40.000 Mitglieder: Viele Prominente

Früher waren viele anerkannte Bürgerliche wie Erhard Busek, Maria Schaumayer, Stefan Koren und Herbert Krecji Mitglieder. Seit 2005 ist Ex-Rechnungshofpräsident Franz Fiedler Vorsitzender des Bundes-Akademikerverbundes. Die Wiener Untergruppe sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder durch rechts-rechte Positionen für Aufsehen.

Wiener Akademikerbund jetzt aus VP ausgeschlossen. Nun wurde dem Wiener Akademikerbund der Status der VP-Nähe aberkannt. Nachdem er das Ende des Verbotsgesetzes wollte.

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