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Warum Drozda Notbremse zog

Befreiungsschlag

Warum Drozda Notbremse zog

Kanzleramtsminister Thomas Drozda versucht den Befreiungsschlag: Ursprünglich wollte Drozda ja die ­Direktorin des Belvedere, Agnes Husslein (seit zehn Jahren im Amt), verlängern. Ihr Vertrag läuft Ende des Jahres aus. Weil aber Husslein Reparaturarbeiten für ihre Privatwohnung und Reisespesen in ihr Urlaubsdomizil auf Museumskosten verrechnete, zog der SPÖ-Kulturminister nun die Notbremse. Frau Husslein – sie verdiente bislang 250.000 Euro im Jahr – muss gehen. Hussleins kaufmännischer Direktor, Hans Wehsely, gab am Mittwoch von sich aus auf. Die Doppelführung für das Belvedere wird jetzt neu ausgeschrieben.


ÖVP ätzt über Drozda

Interimistisch übernimmt Kulturministeriums-Sektionschefin Andrea Ecker. Sie gilt im Ministerium am Minoritenplatz als graue Eminenz. Drozda kritisiert zudem, dass das Belvedere-Direktorium ein Wirtschaftsgutachten in Auftrag gegeben habe, das 130.000 Euro gekostet habe – vom Steuerzahler zu zahlen. Grundsätzlich solle so ein Gutachten „nur“ rund 10.000 Euro kosten. Auch das Gehalt des neuen Direktors will der einstige Chef der Vereinigten Bühnen kürzen. Hussleins Nachfolgerin soll „nur“ noch 200.000 Euro im Jahr verdienen.

Im Kulturministerium fürchtet man jedenfalls, dass nach den Verrechnungsskandalen im Burgtheater und den jüngsten Turbulenzen im Belvedere-Management weitere Fälle auftauchen werden.

In der ÖVP ätzt man hingegen, dass Drozda die „bürgerliche Husslein durch eine SPÖ-nahe Managerin ersetzen“ wolle. Ein VP-Stratege kritisiert Drozda „auch, weil er ja auch Regierungskoordinator ist und sich da zu wenig auskennt“. De facto habe „der Wirtschaftsreferent im Kanzleramt, Christian ­Berka, seine Agenden übernommen“.

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