27. 02. 2010, 22:54

28.02.

Was Gusi, Schüssel & Klima verdienen

Alfred Gusenbauer
© TZ Österreich Hochmuth

Einst hatten sie Macht, jetzt kassieren sie mächtig. Das neue Leben von drei Ex-Kanzlern, ihre Millionen-Gagen und die Leichtigkeit des Seins.

Gusenbauer und Schüssel: In ihren neuen Jobs cashen sie bis zu doppelt so viel wie als Kanzler. Aber gegen Klima sind sie arme Schlucker.

Wolfgang Schüssel: 366.000 Euro
Wolfgang Schüssel war von 2000 bis 2007 Regierungschef. Er blieb bis 2008 VP-Klubchef. Heute ist er Polit-Pensionist und nun auch Aufsichtsrat des deutschen Energieriesen RWE. Macht 366.000 Euro Jahresgage.

Alfred Gusenbauer: 400.000 Euro
Von 2007 bis 2008 war Alfred Gusenbauer SP-Kanzler. Dann wechselte er in die Arbeiterkammer NÖ. Bald darauf wurde er WAZ-Berater und Konsulent bei mehreren Unternehmen. Minimum 400.000 Euro im Jahr.

Viktor Klima: 5 Millionen Euro
Von 1997 bis 2000 war ­Viktor Klima SP-Kanzler. Seit 2000 verantwortet der 62-Jährige das gesamte Südamerika-Geschäft des Autoriesen VW. Und erhält dort eine Traumgage von fünf Millionen Euro...

Dolce Vita

Neues Leben. Er genieße sein Leben durchaus. Es sei nun schon „sehr angenehm und spannend“, sagt Alfred Gusenbauer lächelnd.

Sein neues Leben sei „sehr schön, wenn auch ein wenig anstrengend“, meint Viktor Klima.

Und selbst Wolfgang Schüssel, sonst eher schmal­lippig, wirkt dieser Tage gelöster als einst.

Was die drei Herren gemeinsam haben? Warum sie wie auf Wolke sieben wirken? Und wieso so manch einer ihrer Parteifreunde so richtig grün vor Neid auf sie wird?

Ganz einfach, sie alle drei waren einmal Bundeskanzler dieser Republik, aber erst jetzt – danach – haben sie das richtig große Los gezogen:

Ex-Kanzler scheint dieser Tage kurioserweise der beste Beruf von allen zu sein – der absolute Traumjob. Gusenbauer, Klima und Schüssel starteten erst in ihrem Leben danach – nach der großen weiten Politikwelt – so richtig durch.

Superstar Klima.
Viktor Klima etwa verantwortet für den Autoriesen VW das gesamte Südamerika-Geschäft. Der zu seiner SP-Kanzlerzeit stets belächelte Manager (62) wohnt nun in einer Prachtvilla in Buenos Aires, hat eine neue junge Frau (36 und damit fast halb so alt), zwei kleine Kinder neben den bereits zwei erwachsenen Sprösslingen – und eine „läppische“ Jahresgage von fünf Millionen Euro. Von Nebengeräuschen wie einem VW Phaeton abwärts als Dienstautos nicht zu reden.

Dagegen wirken seine zwei Nachfolger zwar fast wie arme Schlucker, für das Maß von Normalsterblichen haben es freilich auch Gusenbauer und Schüssel nicht übel erwischt.

Als Bundeskanzler verdienten die Herren 282.000 Euro im Jahr – und standen stets im öffentlichen Rampenlicht und in der Kritik.

Alfred Gusenbauer (50), der von den eigenen roten Parteifreunden stets nur als „ungeeignet und überfordert“ abqualifiziert wurde, erlebt wie Klima späte Genugtuung: Gleich nach dem Ende seiner Kurzzeit-Kanzlerschaft (2008) hatte es für ihn noch gar nicht rosig ausgeschaut: Im Jänner 2009 zog er noch unter schadenfreudigem Gelächter der heimischen Politikszene für 4.000 Euro brutto im Monat in die niederösterreichische Arbeiterkammer ein.

Gusenbauers Rache.
Bald darauf verging so manch einem Parteifreund das Lachen: Gusenbauer wurde zunächst Dozent an zwei US-Elite-Universitäten, dann Berater eines deutschen Medienkonzerns und Konsulent einer spanischen Baufirma.

Und so ganz nebenbei berät Gusenbauer noch internationale Investment-Unternehmen. Gusi verdient heute mindestens 400.000 Euro im Jahr. Da er auch erfolgsorientierte Honorare erhält, dürfte die Jahressumme noch um einiges höher ausfallen.

Schüssels Spätstart.
Und neuerdings kann auch endlich Schüssel (65) wieder lächeln: Nachdem er 2006 seine Abwahl als VP-Kanzler nicht so richtig sportlich nehmen wollte und bis heute als schwarzer Abgeordneter im Parlament sitzt, hat der Wende-Kanzler einen neuen Top-Job: Zwar musste er seine großen EU-Träume aufgeben, ab 22. April ist er freilich Aufsichtsrat beim deutschen Energie- und Atomriesen RWE und kassiert dort mächtig ab. Zwischen 140.000 Euro und 210.000 Euro im Jahr, je nachdem, ob der Wiener bei den Deutschen in einem Ausschuss sitzt oder nicht.

Wird Schüssel Stellvertreter des Vorsitzenden, kassiert er gleich einmal 280.000 Euro im Jahr.

Das ist zwar nicht mehr als er als Kanzler hatte, aber Schüssel bezieht ja ­nebenbei noch seine Poli­tiker-Pension aus Österreich, 11.150 Euro im Monat oder 156.100 Euro im Jahr. Das läppert sich.

Der Wende-Kanzler kommt so, konservativ geschätzt, auf eine Jahres-Gage von 360.000 Euro. Nicht schlecht in einem Alter, in dem andere auf ihre ­Enkel aufpassen. Oder sich (wie Ex-Kanzler Franz Vranitzky) aus allen Ämtern zurückgezogen haben.

Süßes Leben.
Kein Wunder also, dass sich manch ein aktiver Politiker dieser Tage denkt: „Ex-Kanzler müsste man sein.“ Denn im Unterschied zu früher, als etwa Viktor Klima bescheiden im Reihenhaus in Schwechat leben musste, kann er heute sein Luxusleben offen zelebrieren. Und Gusenbauer, der einst für jeden einzelnen Urlaub – egal ob Marbella oder Lech – aufs Herbste kritisiert wurde, kann heute ungeniert vom Arlberg direkt nach Kuba und dann wieder New York fliegen.

Mit der (Tages-)Politik haben Klima und Gusi denn auch locker abgeschlossen. Die zwei roten Herren verkneifen sich hämische Interviews über ihre Nachfolger. Nur der schwarze Ex-Kanzler Schüssel hält manchmal mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg.

Ob sich Werner Faymann dann und wann denkt: Tja, Ex-Kanzler müsste man sein?

Kommentar schreiben

brandsatz meint am 11.04.2010 18:48

klima ... schüssel ... gusi ... da wäre... lesen und schreiben zu vermuten gewesen ;-)...

nur was wird feymann ? ... beten... bei einem iQ um'die 7b'zig... ist unwirksam... sollte kein wunder
passieren ... und doch so typisch... für Unsere...seit klima... zur bananenrepublik verkommene demokratie

siehe unter ... https://mail.google.com/mail/?shva=1#buzz/105396543968703706802

denn... der Ö3's marketing'gag... immer den blödesten eines jahrgang zu'etwas... zu -machen :-(...
wird die kärtnerisierung nicht stoppen können ;-)...

der brandsatz

greekgirl meint am 01.03.2010 15:43

Die hatten es sich schon immer gerichtet. In der freien Wirtschaft gibt es niemanden mit 50 Jahren, welcher noch eine dementsprechend adäquate und zum Leben genug zu haben mögliche Arbeit findet. Aber diese Herrschaften - besonders Herr Schüssel - haben siche immer wieder gerichtet. Pfui Teufel - kehrt einmal vor Eurer Tür, dann wäre es vielleicht etwas sauberer in den Pareien

taxxan meint am 01.03.2010 09:51

zuerst schröpfen sie skrupellos das eigene land - dann setzten sie sich ins ausland ab...
die großen a-löcher der nation.

doris12 meint am 01.03.2010 09:14

Es ist ein Hohn für jeden Arbeiteten Menschen. Wie muß sich ein Fließbandarbeiter, aber auch Facharbeiter fühlen, wenn er liest was ehemalige Politiker verdienen. Aber auch die Hausfrau oder der Arbeitslose der jeden Cent umdrehen muß. Wie sich manche über andere erheben schrecklich.

huntermike meint am 28.02.2010 19:55

wer einmal in der politik beim sport und beim orf den fuss in der tür hat braucht sich um seine zukunft keine sorgen machen.

joe222e meint am 28.02.2010 19:54

Die ausrangierten Politiker wie Klima, Gusi und Co. sind schon so ganz besondere Spezies, zuerst die SPÖ herabwirtschaften dann so tun als ob sie damit nichts zu tun hatten. Der Schüssel ist ein Abzocker der schon als Kanzler versagt hat und zudem unser Familiensilber verscherbelt hat. Ein Bravo unseren Politikern.

weinberl meint am 28.02.2010 18:00

Solange die Privatwirtschaft und andere Konsortien für deren Salär aufkommen, kann es uns ja wurscht sein !!

Es zeigt nur, dass die Politiker in kurzer Zeit in Netzwerke eindringen, die dem normalen Bürger immer verschlossen bleiben ...und so zu Lobbyisten werden, die sich ohne Leistungen "deppat" verdienen !

Das ist nur das Los der POLITIKER ...-> DIE FALLEN IMMER HINAUF !

Dagobert0 meint am 28.02.2010 13:18

Übrig bleiben nur Nieten wie ein Willi Molterer.
Der muss weiterhin dem Steuerzahler zur Last fallen.
Es reicht!

romario meint am 28.02.2010 14:49

und weiters bleiben auch nieten übrig wie du !!!,deren aufgabe und lebensziel es ist den ganzen tag vorm pc zu sitzen um sinnlose post zu scheiben und andere user zu beleidigen !!!.

Umaguma2009 meint am 01.03.2010 09:45

auch in der Privatwirtschaft kann es nicht egal sein. Wir alle sind Privatwirtschaft ob Mitarbeiter, Kunde oder Betroffener (Umweltbelasteter Anrainer z.B. oder betroffener Bankabgezockter) und desshalb müssen auch in dieser so genannten Privatwirtschaft alle Kontrollmechanismen und staatliche Sanktionen und Transparenzkriterien erfüllt werden, sonnst kommt es beim nächsten Abhangfegerkauf wieder zu Korruption.

EURAMIS meint am 28.02.2010 12:40

Die Dummheit ist sehr teuer,geschätzte Wähler.

MissSunflower meint am 28.02.2010 11:48

WOZU BEKOMMEN DIESE MENSCHEN SO VIEL GELD? Das sind unsere Steuergelder bitte! Da kann der Gusi sch**** lachen.......

Dagobert0 meint am 28.02.2010 13:11

Sie bekommen das Geld, weil sie nicht so dumm sind wie du!
Wenn sie in der freien Wirtschaft - noch dazu im Ausland - diese Gehälter bekommen, hat das wenig mit unseren Steuern zu tun!

Blunzenstricker meint am 28.02.2010 18:02

Dagerl, Du wirst aber nicht ernsthaft bestreiten, dass uns dieses Ausgedinge mehr als genug Steuergelder gekostet hat!?

Blunzenstricker meint am 28.02.2010 10:36

Gut, besser schlecht - das bekommen sie. Was diese Schaben verdienen, wäre ein kräftiger Tritt dorthin, wo die Sonne nie hinscheint!!

foxil meint am 28.02.2010 10:36

Das sind halt die Belohnungen für den Verkauf des Landes an den Moloch EU.

Felixin meint am 28.02.2010 19:56

Auch ich weiß daß der "freiwillig abgestimmte" Beitritt zur EU der Stoß in den höllischen Abgrund war; aber daß die Liebhaber der moskauer Erde auch noch nebenbei AK gelder aks "Schmates" und auch als Zusatzpension haben werde, das erinnert mich zu stark an Cuba-Schulungen und den Ho tschi min Pfad. Gottseidank war die Macht weg bevor Fidels Maske sich voll entwickelte