Das Haider-Tagebuch von Meischberger

Enthüllungen

Das Haider-Tagebuch von Meischberger

Rund um angebliche Millionen-Deals des ehemaligen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider gibt es zahlreiche Gerüchte, mittlerweile wird auch in viele Richtungen ermittelt. Für besondere Brisanz sorgt ein Tagebuch von Haider-Intimus Walter Meischberger. Der "Falter" hat Auszüge aus diesem Tagebuch des Lobbyisten und ehemaligen FPÖ-Politikers veröffentlicht. Wir bringen im Folgenden die wichtigsten Passagen zum Durchblättern:

Lesen Sie auf Seite 2: Gespräche mit KHG

Gespräche mit KHG

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"24. November 2009. Heute habe ich seit langem wieder einmal mit KHG gesprochen. Er ist noch immer etwas paranoid und wir haben uns im Hinterzimmer meines Büros gesetzt. Zuerst gab es eine kleine Diskussion über die medialen Verhaltensweisen. Gegenseitige Erklärungen machen wenig Sinn. (...) Insgesamt bin ich froh, darüber mit ihm gesprochen zu haben. So kommt man sich wieder näher. Er wird mit G. (einem Anwalt, Anm.) am 3.12. nach Zürich fliegen und die Dinge mit W. (ein Schweizer Treuhänder, Anm.) klären. Hier liegt noch Gefahrenpotential."

Seite 3: Meischis "Kronzeuge" Koloini

Meischis "Kronzeuge" Koloini

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"Am Abend treffe ich Franz Koloini. Er erklärt mir die Hintergründe bezüglich des Staatspolizisten, der mir seine Dienste anbietet. Es handelt sich um einen Kärntner, der Chef der nicht Uniformierten in Kärnten hätte werden sollen, aber es nicht wurde, weil Jörg verunglückte. Er ist der Freund der Tochter von --- (Name des ehemaligen FPÖ-Abgeordneten, Anm.). Er will ca. Euro 5.000 und würde dadurch den positiven Kontakt zu einer leitenden Beamtin in der StA (Staatsanwaltschaft, Anm.) herstellen. Damit könnte man den Bericht sozusagen 'positiv drehen'. Es muss sich dabei um die Frau --- (Name der Red. bekannt, Anm.) handeln. Die wäre dann in einer anderen Größenordnung zu haben. So die Botschaft. Sein Name ist --- (Name der Red. bekannt, Anm.). Er ist Gruppenleiter und ein Sympathieträger innerhalb der Polizei. Mitglieder seiner Gruppe wechseln immer wieder die Ermittlerteams in unserer Sache. Morgen um 10.00 Uhr trifft Koloini den Polizisten. Dann sollte ich Namen und Möglichkeiten der Dame erfahren. Ich habe Bereitschaft signalisiert."

Seite 4: Observierungen

Observierungen

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"05.02.2010 Heute hat mich wieder Franz Koloini angerufen. Er ist ein wirklich netter Kerl. Obwohl er seinen eigenen Krieg hat, kümmert er sich auch noch um meinen. Er hat wieder mit --- (dem Staatspolizisten, Anm.) gesprochen. Der hat alle seine Forderungen zurückgenommen. Er war damals in einer komischen Laune. Ich habe Top-Information erhalten. Zum ersten erhielt ich eine Nachricht, dass ich nicht besonders observiert wurde. Das war die einzig gute Nachricht. Schlecht ist das 'Normalprogramm', das mit mir und den anderen durchgeführt wird. Abhören per Computer, das 'Nachhören' aller verdächtigen Gespräche durch die GPS-Peilung, das Abhören von Gesprächen durch GPS und Bluetooth, das komplette Verfolgen meiner Internetverbindungen und aller Emails, etc. D.h. die wissen so ziemlich alles. Das bedeutet auch, dass jedes meiner Skype-Gespräche - auch mit Ernst (Plech, Anm.) - abgehört wurde. Auch sind meine Treffen, und wahrscheinlich auch das Gespräch mit --- (Hypo-Bankier, der Meischberger das Schwarzgeld in Wien in Kuverts überreichte, Anm.) vor meiner Aussage irgendwie aufgezeichnet. D.h. dass auch meine Aussagen nicht gestimmt haben. Bin gespannt, was da noch herauskommt. Jedenfalls hab ich ein ganz ungutes Gefühl, denn ich kann praktisch nicht mehr kommunizieren ohne auch andere zu gefährden."

Seite 5: "...das Brot aus dem Mund"

"...das Brot aus dem Mund"

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"(...) es fällt mir auf einmal das Brot aus dem Mund. Zufällig!! Komme ich drauf, dass Ernst in seinem Tresor die Unterlagen meines damaligen Haider-Deals gehabt hat. Alles bei der HD (Hausdurchsuchung, Anm.) gefunden. Auch eine Kopie des Sparbuchs. Ein gefundenes Fressen für die rote Meute. (...) Später im Fino hat Franzi etwas aus der Schule geplaudert. Unglaubliche Geschichte. Patrick Friesacher in die Formel 1, Schuhmacher zum FC Kärnten, Hypo - Missbrauch und viele Geschichten."

Seite 6: Geld von Gaddafi

Geld von Gaddafi

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"Der --- (Name des Haider-Vertrauten, Anm.) hat mit 32 ! Millionen Euro Haider anständig hineingelegt. Das Geld stammte von einer 45. Mio. Überweisung von Gaddafi."

Seite 7: "Unfall" bei Feier in Wien

"Unfall" bei Feier in Wien

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"(Es gab nämlich einen) `Unfall' bei einer Feier in Wien, bei dem ein Mädchen umgekommen ist. Für 45 Mio ist bei --- (es folgt der Name eines großen Medienunternehmens, Anm.) die Titelgeschichte weggekauft worden, dem --- ( es folgt der Name eines Baumanagers, Anm.) der --- Flug vergoldet worden und dem --- (einem Mitglied der Nationalbank, Anm.) das eine oder andere Milliönchen bezahlt worden."

Seite 8: "Eine unglauliche Geschichte"

"Eine unglauliche Geschichte"

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" --- (ein ehemaliger Sekretär und Vertrauter von Gaddafis Sohn, Anm.) hat 5 Mio für fehlende Gelder der Seebühne abgeholt. Mit dem Rest ist --- (ein Sekretär Haiders, Anm.) abgehaut. Haider hat ihn suchen lassen, aber --- hat nur gesagt: ' Wenn man mir drohen will, dann werden wir halt darüber reden, woher dieses Geld stammt.' Und noch auf zwei wunde Punkte Haiders soll --- (der Sekretär, Anm.) seine Finger gelegt haben. Jedenfalls war die Sache damit erledigt. Eine unglaubliche Geschichte, über die bis heute nicht berichtet wurde. Eigentlich ein Wahnsinn."

Seite 9: Millionen von Saddam Hussein

Millionen von Saddam Hussein

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"Weiters bestätigte Franzi die Sache mit dem Saddam-Geld. Über 10 Mio Euro wahrscheinlich 15 Mio haben sie damals aus dem Irak heimgebracht. Denen war nichts zu blöd. Info: --- (ein FPÖ-Minister, Anm.) war auch dabei!
(...) Eine weitere interessante Info betrifft --- (ein enger Vertrauter Haiders, Anm.). Der soll ziemlich in der Hypo Sache stecken und am Deal von Tilo Berlin kräftig mitverdient haben. Das wäre an sich noch nichts schlimmes, aber die Herkunft des Geldes schon. Euro 5 Mio!!! soll er im Koffer aus der CH nach München gebracht haben und so investiert haben. Die 5 Mio kommen vom Konto der ermordeten Söhne Saddam Hussein, das von einem 'Bekannten' in der CH verwaltet wurde."

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