500 in Linz auf der Straße

Studentenproteste

© Schwarzl

500 in Linz auf der Straße

Am nationalen Aktionstag für "freie Bildung" haben Donnerstagabend in Linz - nach Angaben der Polizei - 500 Demonstranten teilgenommen. Neben Studenten und Schülern fanden sich zahlreiche Sympathisanten im Volksgarten ein, unter ihnen Lehrende der Johannes Kepler Universität (JKU), Vertreter der Grünen, der KPÖ und der Gewerkschaften.

Zu Beginn wurden noch einmal die Anliegen vorgetragen: Vom Ruf nach einer sofortige Bildungsmilliarde bis zur Abschaffung des Universitätsrates. Während der Applaus anfangs noch etwas zögerlich war, wurde die Solidarisierung, sobald sich der Demozug in Bewegung setzte, deutlich hörbar.

Menasse sprach
Ein Bus der Volkshilfe führte die Protestierenden an. Mit lautstarken Aufrufen wie "Solidarisieren, mitmarschieren" oder "Leute lasst das glotzen sein, reiht euch in die Demo ein" wollte man auch Passanten zum Mitmachen bewegen. Die Reaktionen reichten von Kopfschütteln bis zum spontanen Applaus. Aber auch Fragen wie "...und wer soll das bezahlen" bekamen die Teilnehmer der Demonstration zu hören.

Begleitet von rund 50 Einsatzkräften ging es über die Landstraße Richtung Hauptplatz, wo - nach Angaben der Polizei - noch 50 Studenten der Kunstuniversität dazu stießen. Sie hatten schon um 14.30 Uhr mit einer eigenen Protestaktion ihren Unmut zum Ausdruck gebracht. Gemeinsam visierte man den Platz vor dem Ars Electronica Center an, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Dort ergriffen unter anderem der Schriftsteller Robert Menasse - der die Demonstration als Gegenbewegung zu rechtem Populismus sah - und Maria Buchmayr, Landtagsabgeordnete und Wissenschaftssprecherin der Grünen, die sich vollinhaltlich hinter die Forderungen der Demonstranten stellte, das Wort.

Bewegung triftet nach links ab
In der Stattwerkstatt fand im Anschluss eine Podiumsdiskussion statt, an der neben Menasse, AK-Bildungsexperte Fritz Bauer, Barbara Blaha, ehemalige Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft, sowie zwei Vertreter der Linzer Hörsaal-Besetzer teilnahmen. Als Abschluss war ein Konzert geplant. Zahlreiche Solidarisierungsbekundungen gab es schon im Vorfeld zur Demonstration: Neben der IG-Milch sicherten auch die Sozialistische Jugend, die ÖH Linz, Arbeiterkammer (AK) und die Studentengewerkschaft der Privatangestellten Druck Journalismus Papier (GPA-djp) ihre Unterstützung zu.

Die Aktionsgemeinschaft (AG), die schon die Besetzung des Hörsaales der JKU abgelehnt hatte, beteiligte sich nicht an dem Aktionstag. Obmann Simon Bauer sagte, dass die Bewegung ins politisch linke Lager abgetriftet sei und teilweise abstruse Forderungen stelle. Grundsätzlich sei aber diese Art von Protest besser als die Besetzung von Hörsälen. Diese gehe aber weiter, so die Besetzer.

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