Chaos an unseren Unis

Krisengipfel

© TZ ÖSTERREICH / NIESNER

Chaos an unseren Unis

Die Bedingungen sind katastrophal: „Oft sind 1.400 Leute im Audimax, obwohl es nur 750 Plätze gibt“, erzählt die Wiener Studentin Anna Reiniger (21). Ähnlich geht es auch Roman Pable (22): „In so einem überfüllten Hörsaal kann man sich wirklich nur noch schlecht konzentrieren.“

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Bis zu 300.000 Studenten möglich
Aktuelle Zahlen aus dem Wissenschaftsministerium belegen jetzt: Derzeit werden die heimischen Unis regelrecht gestürmt. Bis zum 10. Oktober haben sich an den 22 Hochschulen bereits 214.052 Studenten eingeschrieben. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung von 18,9 Prozent. Allein heuer gibt es 14,6 Prozent mehr Studienanfänger als noch 2008. Dabei läuft die Inskriptionsfrist noch bis November, mit einem weiteren Anstieg ist also zu rechnen. Selbst Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) hält eine Studentenzahl von 300.000 für nicht ausgeschlossen – in der österreichischen Geschichte wäre das neuer Rekord!

Bis zu 41,3 Prozent mehr Studenten
Jetzt belegen erste Statistiken wie groß der Run auf die Hochschulen derzeit ist: Besonders die Uni Wien ist vollkommen überfüllt: Allein hier gab es im Wintersemester 1.300 zusätzliche Neuanmeldungen und damit ein Plus von 52 Prozent. Den größten Andrang gibt es auf der Publizistik: Hier gab es ein Plus von 27 Prozent, statt 1.100 Studenten begannen heuer 1.400 ihr Studium.

Ganz ähnlich ist es auch an den übrigen Unis des Landes. In Linz gab es ein Studentenplus von 41,3 Prozent, in Salzburg von 35,1 Prozent, in Klagenfurt von 27,1 Prozent. Auch immer mehr Deutsche zieht es zum Studium nach Österreich, derzeit sind es 20.000. Erstmals gibt es jetzt ein Ranking der Studienrichtungen: Derzeit wollen die meisten Neo-Studenten Wirtschaft studieren, gefolgt von Jus.

Beschränkungen
Die Politik steht jetzt unter Druck und muss handeln: Donnerstag am Nachmittag hat Minister Hahn die Rektoren der Universitäten zum Krisengipfel ins Wissenschaftsministerium geladen. Zur Diskussion steht die Anwendung des Paragrafen 124b des Hochschulgesetzes – sprich die Einführung von Zulassungsbeschränkungen gegen den Studentenansturm.

„Derzeit werden den Unis nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Zugangsbeschränkungen wären eine sinnvolle Maßnahme“, hieß es gestern aus der Universitätenkonferenz. Auch Minister Hahn wünscht sich seit Monaten Aufnahmeprüfungen. An den Unis könnte es also bald schon wieder deutlich leerer werden.

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