Sonderthema:
Die Audimaxisten werden müde

Nur 10 Besetzer

© Niesner

Die Audimaxisten werden müde

Im Zentrum des studentischen Widerstandes, dem Wiener Audimax an der Hauptuniversität, herrschte am Samstag in der Früh gähnende Lehre. Nur etwa zehn Studenten harren hier weiterhin aus. „Die Leute sind einfach schon müde, außerdem ist Wochenende“, versucht Simone (21) eine Erklärung. Die Publizistik-Studentin verbrachte gestern ihre erste Nacht im Audimax: „Bis fünf Uhr früh war es mörderlaut. Ich bin dann in einen der Schlafsäle ausgewichen.“

Die Müdigkeit im größten Hörsaal der Uni hat nicht nur revolutionäre Gründe. Die Nacht davor war Party im Audimax. Die Band „Bauchklang“ hatte aus Solidarität mit den Besetzern nach Mitternacht aufgegeigt. Der Saal war voll, die Stimmung großartig, das Bier am Buffet floss nicht zu knapp – das Fest dauerte fast bis sechs Uhr früh. Beinah hätte sogar die Galerie des Hörsaals geräumt werden müssen. Die Anstrengungen der Nacht sind den Verbliebenen anzusehen.

In der „Volxküche“ hinter dem Audimax versorgen sich die verschlafenen Aktivisten jetzt mit Pasta. Rund um die Uhr wird dort für die Besetzer gekocht. Und hier ist es auch deutlich wärmer. „Die Versorgung funktioniert bestens, wir erhalten viele Spenden aus der Gastronomie“, sagt Georg (22). Und fügt hinzu: „Wir achten aber auch auf Hygiene.“

Im Bauch der Uni im ersten Stock beginnt derweil der inoffizielle Teil der Besetzung: Sprayings an den Wänden, Schlafende in Nischen der Universität. „Aber unsere Klos putzen wir täglich“, versichert ein Student.

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