05. November 2009 20:22
Mit Bass für Bildung haben am Donnerstag in Graz laut Polizei 1.000 bis
1.200 Studenten neuerlich gegen die Bildungspolitik der Regierung und die
Bedingungen an den Universitäten protestiert. Seinen Ausgang nahm der von
der ÖH Graz angemeldete Demonstrationszug um 16.00 Uhr bei der Uni Graz und
zog sich in die Innenstadt sowie wieder zurück. Nach Angeben der Exekutive
kam es zu keinen Zwischenfällen.
Wie schon bei der Demo am vergangenen Donnerstag, an der jedoch 2.000 bis
2.500 Studierende teilnahmen, führte die Route über die Glacisstraße, den
Jakominiplatz und die Herrengasse auf den Hauptplatz und dann über die
Sporgasse und durch den Stadtpark zurück zur Universität. Abermals
schwenkten die Studierenden ihre Transparente mit Slogans wie "Unsere
Bildung ist eure Pension" oder "PolitikerInnen gehen, Probleme bleiben".
Auch Professoren zeigten sich solidarisch, wie etwa eine Historikerin
erklärte: "Ich bin hier, weil ich will meinen Studierenden noch ins Gesicht
schauen können."
Beats als Antreiber
Der Demonstrationszug war begleitet von einem
Transportwagen mit Boxen, aus denen Hip-Hop-, Disco- und Dancemusik durch
die Straßen schallte, die für Aufmerksamkeit sorgte. Passanten mussten den
Massen weichen, nahmen Handzettel mit den Forderungen der Uni-Angehörigen an
und ließen sich auch persönlich über die Beweggründe informieren. Andere
wiederum zeigten sich genervt und wiesen die Flyer von sich. Ihr Ende fand
die Demonstration in einer Schlusskundgebung vor der Universität.
Auch an den kommenden Tagen wollen die Studenten weiterhin die Vorklinik
besetzen und Veranstaltungen abhalten: Am Freitag lädt die
Arbeitsgemeinschaft Psychohygiene zum "gemütlichen Spaziergang auf den
Rosenhain" und in der Nacht findet die "Valentins Youtube Mitternachts
Musikstunde" statt. Am Samstag steht ein Konzert mit anschließender Party in
der Vorklinik am Programm.
Der Betriebsrat für das wissenschaftliche Universitätspersonal an der
Karl-Franzens-Universität zeigte sich bereits am Mittwoch in einer
Aussendung verständnisvoll und unterstütze einen Gutteil der Forderungen der
Studierenden. Er wünschte sich dringend eine "international vergleichbare
Ausstattung für das wissenschaftliche Universitätspersonal" und eine
"umfassende Revision der verunglückten Universitätsgesetze seit 2002".