Studenten protestieren mit ÖGB

In Innsbruck

© APA/ Parigger

Studenten protestieren mit ÖGB

Etwa 600 Teilnehmer sind laut einer Schätzung der Polizei am Mittwochabend dem Aufruf zur gemeinsamen Kundgebung von Studenten und dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) in Innsbruck gefolgt. Ausgehend vom Sitz der Industriellenvereinigung in der Salurnerstraße setzte sich der Zug über die Wirtschaftskammer in Richtung der Fakultät der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (SOWI) der Innsbrucker Universität fort. Prominent vertreten waren vor allem die Metallgewerkschafter.

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Mit den Worten: "Wir lassen uns nicht wie eine Martinigans schlachten. Wir wehren uns," stimmte der Landessekretär der Tiroler Metaller, Robert Koschin, die anwesenden Demonstranten gegen 17.30 Uhr auf den bevorstehenden lautstarken Marsch in Richtung SOWI ein. Die von der Arbeitgeberseite geforderten Arbeitsflexibilisierung bezeichnete Norbert Klotz, Vorsitzender der Metallgewerkschafter in Tirol, bei der Kundgebung als "Abzockerei". Ein klare Absage wurde auch den geforderten Nulllohnrunden erteilt.

Symbolische Guillotine
Kämpferisch war auch der Tiroler ÖGB-Vorsitzende Gerhard Schneider: "Wenn heute Studenten und Arbeitnehmer gemeinsam marschieren, wird das nicht das letzte Mal gewesen sein", sagte er. Sollten sich Wirtschaftsvertreter nicht sozial und fair gegenüber der Arbeitnehmerseite verhalten, werde es weitere Kampfmaßnahmen bis hin zum Streik geben, kündigte er an. Gegen 19.00 Uhr fand die Schlusskundgebung am Vorplatz der SOWI statt. Die Studenten hatten dazu eine symbolische Guillotine errichtet, mit der eine Studentin hingerichtet werden sollte, die sich öffentlich gegen den Bologna-Prozess ausgesprochen hatte.

Die Solidarität zwischen Gewerkschaftern, Arbeitnehmern und den Studierenden erklärte Daniel Sailer, Sprecher der Besetzer der SOWI-Aula, damit, dass beide Gruppen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hätten. Es fehle überall an Geld außerdem beklagte Sailer die mangelnden demokratischen Strukturen an der Universität. Auch viele Arbeitnehmer würden sich in den Betrieben wie in einer Diktatur fühlen, meinte er. Kurz nach 19.00 Uhr löste sich die Demonstration friedlich auf. Die SOWI-Aula werde weiterhin besetzt bleiben, kündigte er an.

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