02. November 2009 15:42
"Purer Zynismus" ist aus Sicht der Österreichischen
HochschülerInnenschaft (ÖH) die jüngste Aussage von Bundeskanzler Werner
Faymann (S) über die Notwendigkeit von Zugangsregelungen. Die Regierung
solle "endlich die notwendigen Mittel für die Hochschulen bereitstellen
und die richtigen Prioritäten setzen" statt sich auf die Studenten
auszureden, forderte Thomas Wallerberger vom Vorsitzteam der
ÖH-Bundesvertetung am Montag in einer Aussendung.
"Vogel-Strauß-Politik"
"Faymann hat
anscheinend gar nichts aus den Protesten der vergangenen Tage gelernt",
zeigte sich die ÖH-Vorsitzende Sigrid Maurer verständnislos. Die SPÖ habe in
den vergangenen zehn Jahren Vogel-Strauß-Politik betrieben, nun wache sie
auf "und begeht genau dieselben fatalen Fehler" wie die ÖVP,
beklagte Maurer.
SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas betonte unterdessen, dass die SPÖ
nicht Zugangsbeschränkungen, sondern Zugangsregelungen befürworte. "Im
Unterschied zu konservativen Bildungskonzepten wollen wir nicht weniger
Studierende an Österreichs Hochschulen. Anstatt Knock-out-Prüfungen,
Studiengebühren oder Lotterielosen setzen wir auf Regelungen, die den
Begabungen und Interessen der Studierenden entgegenkommen", so Rudas.
In der Frage der Hochschul-Finanzierung verwies sie auf einen
Regierungsbeschluss, wonach diese auf zwei Prozent des BIP angehoben werden
soll, "das muss Ziel bleiben".
Das BZÖ forderte unterdessen das Ende der Studentenproteste.
Bildungsreferent Uwe Scheuch bezeichnete diese als Behinderung des
Universitätsbetriebs durch "Berufsdemonstranten, die teilweise
sogar aus Deutschland anreisen". Er forderte die ÖH,
Wissenschaftsminister Johannes Hahn (V) und die Rektoren auf, den Konflikt
beizulegen.