01. November 2009 20:32
„Wir bleiben hier, notfalls auch ein Jahr lang.“ Besetzer Armin Soyka ist
weiterhin kampfbereit. Seit fast zwei Wochen halten Hunderte
Studenten das Audimax an der Universität Wien besetzt.
Die Studenten werden immer wütender, nach der Ansage von
VP-Wissenschaftsminister Johannes Hahn ist die Protestbereitschaft größer
denn je: er will den Unis ‚nur‘ 34 Millionen Euro zuschießen. Viel zu wenig,
meinen die Studenten. „Das ist ein Scherz“, sagt deren Sprecher Soyka.
Hahn ins Audimax
Alle Forderungen nach besseren Bedingungen und Geld
für die Unis müssten erfüllt werden, sonst käme eine Räumung des
Audimax nicht in Frage. Vor allem aber sollte sich Minister Johannes
Hahn endlich auf der Uni zeigen, fordert Sprecher Soyka. Dafür würde ihn
niemand ausbuhen, wurde beschlossen.
Der Uni-Streik zieht immer weitere Kreise. Auch mehr und mehr Rektoren
zeigen ihre Sympathie. Georg Winckler, Vorsitzender der
Rektorenkonferenz, hat ein „gewisses Verständnis“ für die Proteste: Die
Politik sei nun aufgerufen, „Verantwortung wahrzunehmen“ und Gespräche mit
den Studenten aufzunehmen. Es sei wichtig, dass jetzt ein Dialog entstehe,
weil davon die Dauer der Besetzungen abhänge.
1.000 Euro für Sonderausgaben.
Und das kann dauern. Denn den
Studenten geht nicht die Puste aus, sie können lange ausharren. Hatte es
Freitag so ausgesehen, als würden erste Unis nach dem Wochenende aufgeben,
so scheint jetzt klar: Alle machen weiter. Auch in den Bundesländern.
Sonntagnachmittag organisierten Studenten eine Spontan-Demo vor dem
Salzburger Dom. Der Schriftzug „Free Uni“ wurde mit den Teilnehmern
gebildet. „Wir wollen auf jeden Fall weitermachen und sind guter Dinge“,
sagt ein Besetzer.
In Graz sind weiterhin zwei Hörsäle der Hauptuni und der TU besetzt. Auch
hier der Tenor: „Wir machen weiter.“ Ein harter Kern der Besetzer in Linz
hat das Wochenende im größten Hörsaal verbracht, auf der Sozial- und
Wirtschaftsuni Innsbruck rund 30 Studenten.
Am Donnerstag Demos und Streiks in ganz Österreich
Und so
soll es auch weitergehen und am Donnerstag in einem „Aktionstag“ gipfeln: In
Klagenfurt, Wien, Linz und Graz sind neue Demos und Schülerstreiks geplant.
In Wien wird wieder Richtung Ministerium marschiert.
In Wien vertrieben sich die Studenten ihre Zeit mit Nützlichem – sie sorgten
für Sauberkeit, schoben einen Putztag ein. Auch finanziell brennt nichts an:
In der „Streikkasse“ sind dank Spenden immer 1.000 Euro als eiserne Reserve.