Kommt heute das Polit-Beben?

Wien

Kommt heute das Polit-Beben?

SPÖ: Häupl und die SP feiern ab 38 Prozent
Sollte SP-Bürgermeister Michael Häupl bei der heutigen Wien-Wahl 38 Prozent schaffen, wäre der rote Jubel groß. Es wären jene 38 Prozent, die Häupl bei seiner ersten Wahl 1994 erreicht hatte, und angesichts der FP-Konkurrenz durchaus respektabel – trotz sechs Prozentpunkten minus. In der Bundes-SPÖ wüsste man, dass der Politfuchs Häupl die Wahl alleine gerettet hätte – mit seiner klaren Linie in der Flüchtlingskrise (Toleranz und Menschlichkeit) und seinem scharfen Anti-Strache-Kurs. Eine Strategie, die SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann dann weiter beibehalten sollte. Gröbere Personalrochaden würden bei diesem Ergebnis auch im Bund nicht anstehen.

Bei Gleichstand mit FPÖ droht Rot-Blau-Debatte

Stürzt die SPÖ hingegen doch auf 35 Prozent ab (und wäre nur knapp vor der FPÖ), würde Burgenlands SP-Landeshauptmann Hans Niessl eine Rot-Blau-Debatte in der SP starten.

FPÖ: Strache ab jetzt Hofburg-Kandidat

Der FPÖ-Chef will am heutigen siebenten Todestag von Jörg Haider zeigen, dass er längst aus ­dessen Schatten getreten ist. Heinz-Christian Strache wäre ab 32 Prozent in seinen Reihen endgültig unbestritten und würde sich ab dann nur noch auf seinen Kanzlertraum konzentrieren. 2016 will er dann selbst als Kandidat in den Hofburg-Wahlkampf ziehen. Zudem wird der Ober-Blaue mit Ursula Stenzel – er will auch Rechnungshofpräsident Josef Moser in sein Team holen – versuchen, noch stärker bürgerliche Wähler zu ködern.

Strache will mit Niessl an Rot-Blau im Bund basteln

Sein wirkliches Ziel ist freilich eine rot-blaue Koa­lition im Bund. Strache träumt davon, diese gemeinsam mit Burgenlands Hans Niessl zu schließen. Sollte die FP heute unter 32 Prozent erhalten, wäre das ein Dämpfer für Strache.

Grüne: Vassilakou will bleiben und Koalition

Maria Vassilakou hat angekündigt, bei Wahlverlusten zu gehen. Ihre Chefin Eva Glawischnig will sie halten. Geht sich Rot-Grün in Wien aus, bleibt Vassilakou. Glawischnig will sich 2016 ganz auf den Hofburg-Wahlkampf konzen­trieren. Alexander Van der Bellen hätte realistische Chancen, in diesem Match zu punkten.

ÖVP: Juraczka soll Rot-Schwarz bringen

Der VP-Spitzenkandidat könnte heute unter zehn Prozent stürzen. Die Bundes-VP will ihn aber eine gewisse Zeit halten. Manfred Juraczka soll eine rot-schwarze Koalition mit SP-Bürgermeister Häupl ausverhandeln. Die Wiener ÖVP hofft freilich vor allem auf VP-Minister Sebastian Kurz. 2016 will die ÖVP ihr Horrorjahr 2015 (Oberösterreich-Minus) in der Hofburg-Wahl mit Erwin Pröll vergessen machen.

NEOS: Meinl-Reisinger entscheidet über Pinke

Beate Meinl-Reisinger entscheidet heute über die Zukunft der Neos. Scheitert sie an der Fünfprozentmarke in Wien, ist das der Anfang vom Ende der Neos. Schafft die pinke Frontfrau hingegen sechs Prozent, wäre sie die neue starke Frau neben Parteichef Matthias Strolz und würde den dahindämmernden Neos einen Turbo verpassen.

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