NEOS richten Whistleblower-Plattform ein

"Leaks Wien"

NEOS richten Whistleblower-Plattform ein

Michi und seine Kasnudeln hallen nach: Nach ihrem Auftritt in der TV-"Elefantenrunde" habe sie Hunderte Mails bekommen, in denen Wiener von ähnlichen Missständen erzählt hätten, berichtete die pinke Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Deshalb richten die NEOS unter https://leaks.wien nun eine anonymisierte Whistleblower-Plattform ein.

Verdachtsfälle sollen gemeldet werden
Über einen Tor-Browser können dort ab sofort Dokumente oder Berichte hochgeladen werden. Bei den NEOS werden diese dann wieder sicher - auf einem Laptop ohne Internetzugang - entschlüsselt. Dann werde jedem Hinweis nachgegangen, Verdachtsfälle werden den zuständigen Behörden gemeldet. Mithilfe eines zufällig generierten Codes können Nutzer sich erneut auf der Plattform einloggen, um etwa weitere Fragen zu beantworten oder über den Fortschritt ihres Falls informiert zu werden.

"Ich glaube, dass viele Leute Geschichten zu erzählen haben", zeigte sich Meinl-Reisinger überzeugt. Nicht nur Michael, der am Naschmarkt keinen Stand für seine selbst gemachten Kasnudeln bekommen hat, sondern etwa auch Andrea, die nach einem Arbeitsunfall im Zuge ihrer Beschäftigung bei der Bestattung Wien im Krankenhaus Besuch von ihrem Arbeitgeber bekam, der sie überzeugen wollte, einen Freizeitunfall anzugeben. Da sie verweigerte, werde die Frau nun beim Antrag auf eine barrierefreie Wohnung stetig nach hinten gereiht, schilderte die Spitzenkandidatin.

Modell nach englischem und amerikanischem Vorbild
Oder jenes Cafe, dem der Punschstand vor der Haustüre nicht genehmigt werde, während das Lokal gegenüber einen betreiben dürfe. Fälle wie diese sollen nun auf der Whistleblower-Plattform landen. Nutzer müssen sich dazu nur einen Tor-Browser herunterladen, dann können sie ihre Geschichten anonymisiert und sicher hochladen. Mit einem ähnlichem System arbeiten unter anderem der britische "Guardian" oder der "New Yorker".

Die Plattform ist jedoch nur einer der sechs pinken Punkte "gegen offene und strukturelle Korruption", wie Meinl-Reisinger betonte. Sie forderte die Schaffung eines umfassenden Transparenzgesetzes sowie die Offenlegung sämtlicher Finanzströme. Eine Arbeitsgruppe unter Führung externer Experten und eine ständige Taskforce sollen Korruption in Wien ebenso bekämpfen wie ein weisungsfreier Vertrauensanwalt. Sowohl Taskforce als auch Vertrauensanwalt sollen dann jährlich einen öffentlich einsehbaren Transparenz- und Korruptionsbericht vorlegen

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