Strache-Erdbeben in Wien

SPÖ-Absolute weg

Strache-Erdbeben in Wien

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Rote Watsche und blaues Wunder - die Wiener Wahl wurde zum Polit-Erdrutsch für HC Strache. Der blaue Rambo legte im Vergleich zur Wahl 2005 um spektakuläre 12 % zu und erreicht mit 27,1 % fast den Rekordwert von Jörg Haider, der 1996 in Wien 27,9 % erzielte.

SPÖ kann mit 45 Prozent die Absolute schaffen
Strache holte seinen blauen Triumph im tief-roten Herzen der SPÖ: Er entzauberte Häupl in den Arbeiterbezirken und schaffte in den vier mächtigsten Bezirken der SPÖ - Favoriten, Simmering, Floridsdorf und Donaustadt - über 30 % der Stimmen, in Simmering sogar 37 %. Es war ein Sieg, den Strache nach ersten Umfragen fast durchwegs seiner Anti-Ausländer-Kampagne und dem Polit-Frust bei den Arbeitern zu verdanken hat.

FPÖ mit zweistelligem Plus: 27 % für Strache
Für Häupl ist es ein schwacher Trost, dass er in den bürgerlichen Bezirken - wo das Ausländerthema keine Rolle spielte - völlig überraschende Wahlsiege feiern konnte. Und auch die Hoffnung der Roten, mit einer klaren Mehrheit bei den 160.000 Wahlkarten-Wählern das Ergebnis noch um 0,5 % verbessern zu können, wird an der Niederlage nichts mehr ändern. Die SPÖ ist mit 44,1 % und nur noch 48 Mandaten von der "Absoluten“ (51 Mandate und 45,5 %) zu weit entfernt, um noch auf ein Wahlkarten-Wunder hoffen zu können - sie kann sich damit trösten, dass Michael Häupl fünf weitere Jahre Bürgermeister bleibt. Wenn auch in einer Koalition mit einer extrem geschwächten ÖVP.

Strache toppt beinahe Haiders Rekord-Ergebnis
Denn die ÖVP mit Christine Marek wurde bei der Wien-Wahl völlig aufgerieben. Sie verlor noch mehr als die SP, stürzte mit einem Minus von 6 % auf den historischen Tiefstand von 13,2 % - feiert aber ihre Koalitions-Beteiligung als kleinen Sieg.

Die Grünen sind nach allen Infos von SPÖ-Insidern ohne Chance auf eine Koalition
Auch deshalb, weil sie mit nur 12,2 % Stimmenanteil der dritte Wahlverlierer waren. Sie verloren nicht nur 2,4 %, sondern auch ihre Hochburgen Neubau, Mariahilf und Josefstadt - und müssen sich nun auf heftige parteiinterne Streitereien einstellen. Schon gestern forderte das grüne Urgestein Christoph Chorherr: "Es muss sich dringend was ändern bei den Grünen.“ Bilanz des blutigen Sonn tags in Wien: Drei Verlierer - und ein blauer Sieger.

Auf Seite 2 Lesen Sie den Live-Ticker des Wahltages nach, alle Infos minutenaktuell.

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