Das sagt ÖSTERREICH

Wolfgang Fellner

Das sagt ÖSTERREICH

Die Salzburg-Wahl ist - entgegen vielen Erwartungen - nicht dem Trend von Tirol, sondern jenem von Kärnten gefolgt. Statt dem Wunsch nach Stabilität gab's bei den Wählern das Bedürfnis nach
Abrechnung. So wie Dörfler wurde auch Burgstaller regelrecht abgewatscht.

Die "rote Gabi" hat sich diese Wähler-Watsche redlich verdient. Krokodilstränen und rote Blazer sind für ein Aufräumen nach dem Salzburger Skandal zu wenig. Dafür braucht es Profis, die auch was von Budgets verstehen, und Politiker, die einen echten Neuanfang wollen.

Wilfried Haslauer ist für diesen Neubeginn besser geeignet. Auf den ersten Blick fehlt ihm das Populäre, die Nähe zum Wähler -dafür ist
er ein Profi mit Erfahrung, durchaus ein Technokrat mit Budget-Know-how.

Die Salzburg-Wahl bringt das heftige Polit-Beben auf Bundes-Ebene, das alle erwartet haben:

  • VP-Chef Spindelegger ist (trotz Verlusten) großer Sieger, er geht mit dem Rückenwind einer wichtigen Wende in den Wahlkampf. Seine Ansage "2013 ist das Jahr der ÖVP" bekommt Konturen. Salzburg hat ein für die Bundeswahl sehr wichtiges Signal geliefert: Auch ein wenig populärer Kandidat (Haslauer ist "Spindi" da durchaus ähnlich) kann beim derzeitigen Wählerfrust Erster werden.
  • SP-Chef Faymann hat nach Salzburg ein Problem. Der Rückenwind aus Kärnten ist weg, die Basis wirkt in vielen Ländern frustriert. Faymann hat schon den richtigen Schritt gesetzt und Norbert Darabos zum Wahlkampf-Chef gemacht. Kämpfer Darabos hat jetzt noch vier Monate Zeit, die rote Basis wieder zu mobilisieren.
  • FP-Chef Strache kann wieder hoffen. Die FPÖ ist nach Salzburg wieder auf der Gewinner-Straße -nicht fulminant, aber doch klar.
  • Die Grünen werden immer stärker - und zum großen Gewinner des Polit-Frusts. Für Eva Glawischnig sind möglicherweise im Herbst bis zu 20 % der Stimmen drin.
  • Stronach kann vorerst von 20 %nur träumen. Ohne ihn als Kultfigur ist sein "Team" nur eine Kleinpartei.

Salzburg war eine brutale Denkzettelwahl für eine Landeshauptfrau, die zu feig war, aus ihrem Debakel die Konsequenzen zu ziehen. Sie hat ihrer Partei und der Politik generell geschadet. Tränen weint ihr keiner nach.

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