Das sagt ÖSTERREICH

Wolfgang Fellner

© TZ ÖSTERREICH

Das sagt ÖSTERREICH

Am Nationalfeiertag zeigt unser Land endlich Herz für die Schwächsten in dieser Republik: die Asyl-Kinder, die ohne Eltern, ohne Geld und ohne Hilfe gestrandet sind.

Bis vor Kurzem war das Schicksal dieser Kinder unbekannt. Kaum jemand hat gewusst, dass im überfüllten Transitlager Traiskirchen unter 1.500 Asylwerbern sage und schreibe 570 Kinder sind, die dort „unter Verschluss“ gehalten werden, weil sie ihre Eltern auf der Flucht verloren haben oder von diesen als Belastung abgelegt wurden.

Jahrelang hat sich um diese Kinder niemand gekümmert. Die Landeshauptleute – sonst als menschliche Politiker bekannt – schoben die Kinder wie heiße Kartoffeln weg. Keiner wollte sie haben.

Die Kinder haben ein Recht auf Schule, Wohnen und Pateneltern
Seit zwei Wochen hat ÖSTERREICH das Thema aufgegriffen – und eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Fast alle unsere Leser denken gleich: Es darf doch nicht wahr sein, dass Politiker über hilflose Kinder streiten, kein Bundesland sie nehmen will, sie nicht in die Schule gehen dürfen – und demnächst sogar in Container abgesiedelt werden sollen.

Am Nationalfeiertag sind wir – zu Recht – stolz auf Österreich. Weil wir auch ein Land der Hilfs­bereitschaft sind.
Für die Art, wie unsere Politiker diese 570 alleingelassenen Asyl-Kinder behandelt haben, müssen wir uns schämen. Kinder in Not so im Stich zu lassen, ist schäbig.

Jetzt wo das Schicksal der 570 Kinder bekannt ist, soll sofort geholfen werden. Die Kinder gehören in private Quartiere, die wirklich menschlich sind – nicht in trostlose Zinskasernen. Sie müssen sofort eine Schulausbildung bekommen – nicht verzweifelt herumsitzen. Sie sollten die Chance auf Pateneltern erhalten – nicht alleingelassen werden.

Der Kanzler, die Innenministerin, die Landeshauptleute sind am Nationalfeiertag gefordert, endlich menschlich zu handeln. Die Kinder haben es verdient, gerettet zu werden. Von Österreich.

Meinung an: wolfgangfellner@oe24.at

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