Sonderthema:
Das sagt Österreich

Wolfgang Fellner

Das sagt Österreich

Frank Stronach wurde seit der Wahl von der Kult-Figur zum Ärgernis. Wie ein Trotzkopf zertrümmert er seine Partei – offenbar aus Frust, weil er sein illusionäres Ziel von über 20 % verfehlt hat. Motto: Wenn ich mir die Politik nicht kaufen kann, dann will ich mein Geld zurück. Lange konnte man sein politisches Engagement bewundern: Ein 81-Jähriger wollte mit eigenem Geld und viel Einsatz „Werte“ in die Politik bringen – und mehr wirtschaftlichen Verstand.

Im Wahlkampf hat sich Stronach selbst zerstört, weil er, statt Reformen zu präsentieren, eine peinliche Ego-Show im TV abzog. Trotzdem waren die fast 6 %, die er bei der Wahl erhielt, ein Achtungs-Resultat, das die NEOS mit weniger Wählern als „Triumph“ feierten. Deshalb versteht kein Mensch, welcher Teufel ihn reitet, dass er schon wenige Tage nach der Wahl seine Partei zertrümmert, seine Mitstreiter auf Millionen klagt und seine Landesparteien auflöst.

Stronach hätte sich engagiert um eine Koalition mit ÖVP und FPÖ bemühen können. Er hätte auch seiner engagierten neuen Klubobfrau Kathrin Nachbaur eine faire Chance geben können. Stattdessen hat er mit dem Chaos der letzten Tage seine mehr als 200.000 Wähler betrogen – sie sehen in Rekordzeit, dass ihre Protest-Stimme im Chaos endet. Es ist ein Phänomen, dass alle Top-Unternehmer als Politiker scheitern. Wohl, weil ihnen die Geduld für Demokratie, aber auch Demut vor dem Wähler fehlt.

Das Schöne am traurigen Stronach-Theater – es zeigt: Politischen Erfolg kann man nicht kaufen, man muss ihn sich mühevoll erarbeiten. Stronach hat dafür noch fünf Jahre Zeit – wenn er endlich versteht, dass er seine Wähler mit Demut im Parlament vertreten muss. Und zwar jeden Tag – und nicht nur hie und da als Polit-Jetsetter.

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