Das sagt Österreich

Wolfgang Fellner

Das sagt Österreich

Das Wahl-Erdbeben von Griechenland ist der nächste Tiefschlag für das kriselnde Europa, den fallenden Euro und die zerstrittene EU-Politik. Ausgerechnet die Schmuddelkinder der EU proben den Aufstand gegen die Vorzugsschüler. Die ärmsten Teufel der Euro-Krise sagen: „Uns reicht’s!“

Das Votum für den Links-Populisten Tsipras und seine irgendwo zwischen Lafontaine und Faymann angesiedelte Protestpartei Syriza ist eine Ohrfeige für die Sparmeister der EU. Es ist eine Absage an den deutschen „Sparen um jeden Preis“-Kurs. Und es ist ein politisches Attentat auf Angela Merkel.

Nun sind zwar die Ziffern des griechischen Budgets wieder auf Kurs Richtung Konsolidierung – dafür ist das Leben der meisten Griechen kaputt. Wer 30 % weniger Einkommen hat, pfeift auf die EU.

Der Tsipras-Wahlsieg kann deshalb für Europa zweierlei bedeuten:

Dass die Euro-Krise noch dramatischer wird als bisher. Dass das Griechen-Theater wieder von vorne beginnt und die Griechen wirklich pleitegehen. Dass Griechenland vielleicht sogar rausfliegt aus der EU. Und der Euro zur „harten“ Währung der wirtschaftlich erfolgreichen Staaten wird, statt ins Bodenlose zu fallen.

Das Erdbeben von Athen kann aber auch dazu führen, dass die Linke in Europa das Sagen bekommt und statt brutalen Sparens soziales Investieren angesagt ist. In Arbeitsplätze. In Aufschwung. In digitale Infrastruktur. In Bildung. Und das wäre nicht das Schlechteste, nachdem der Merkel-Kurs Europa in die Krise gesteuert hat.

Autor: Wolfgang Fellner
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