Das sagt Österreich

Wolfgang Fellner

Das sagt Österreich

ÖFB-Präsident Leo Windtner ist in diesen Tagen fast so rücktrittsreif wie FIFA-Boss Blatter. Denn: Wie naiv darf der führende Sport-Funktionär dieses Landes sein? Darf er wirklich wenige Tage vor der Wahl von Blatter 100.000 Dollar Spende vom FIFA-Chef erbitten und kassieren? Wenn jeder kleine Nachwuchskicker weiß, dass sich Blatter viele seiner Stimmen um exakt 100.000 Dollar kauft?

Warum schwiegen ORF & Co. die »Spende« tot?

Nachdem „NEWS“ diesen unglaublichen Geldfluss von der FIFA nach Linz aufdeckte, hat nur ÖSTERREICH die 100.000-Dollar-Spende aufgegriffen. Wir hatten – trotz massiver Drohung von Windtners Anwälten – als Einzige den Mut und die Unabhängigkeit, diese dubio­se Spende schon Sonntag als Cover-Story zu bringen.

Der ORF (selbst tief im FIFA- und ÖFB-Sumpf verstrickt) schwieg die Enthüllung bis Mittwoch tot. Die Krone (als ÖFB-Sponsor ebenfalls Teil des Geflechts) schwieg ebenso.

Allen anderen Zeitungen fehlte der Mut.

Es ist wichtig, dass die Korruption der FIFA aufgedeckt wird. Und ihre Verbindung zum ÖFB.

Dass der ÖFB-Chef vom korrupten FIFA-Paten vor der Wiederwahl 100.000 Euro Spende erhalten hat, ist indiskutabel.

Niemand unterstellt Leo Windtner, dass er nicht in guter Absicht handelte. Keiner behauptet, dass er das Geld selbst kassierte.

Aber es gibt Dinge, die ein Sport-Präsident nicht tun darf. Er darf nicht bestechlich sein. Windtner muss gehen. Freiwillig.

Autor: Wolfgang Fellner
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