Das sagt Österreich

Wolfgang Fellner

© TZ ÖSTERREICH

Das sagt Österreich

Der Streit um die Griechen-Hilfe wird zum großen Wahlkampfthema der nächsten 12 Monate. Auf der einen Seite der Kanzler, der eine klare Position vertritt: Lieber weiterzahlen und nichts riskieren, solange es Österreich so relativ gut geht. Jeder Euro-Crash, fürchtet Faymann wohl zu Recht, kann nur noch teurer werden als die ständige Kredit-Pumpe für die maroden Griechen.

Auf der anderen Seite die Hardliner Strache und Stronach, die nicht nur die Griechen, sondern auch die Italiener, Spanier, Portugiesen und Franzosen aus dem Euro rauswerfen und entweder einen Hart-Euro oder am liebsten wieder den Schilling einführen wollen.

Zwischen diesen Positionen eiert die ÖVP mit unser aller Schotter-Mizzi herum. Mal droht sie den Griechen, mal streichelt sie – ganz im Stil des Hin und Her der unseligen Angela Merkel, die uns mit ihrer Zauderei das ganze Schlamassel eingebrockt hat.

In Wahrheit ist genau dieses monatelange Verzögern, diese Unentschlossenheit und diese Konzeptlosigkeit der EU-Spitze das Problem. Es fehlt jedes Leadership in der EU.

Die Griechen werden die Sparideen von Merkel nicht erfüllen
Jeder weiß: Griechenland ist kaputt. Dieses Land wird die Wünsch-dir-was-Sparideen von Angela Merkel nie erfüllen können. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten: Klarer Aufschub für die Rückzahlung und vorher ein Marshall-Plan, der den Griechen wieder die Wirtschaft ankurbelt – das wird teuer, verhindert aber den Euro-Crash.

Oder Griechen raus aus dem Euro – dann aber rasch bitte. Doch haben wir wirklich den Mut für die Radikal-Kur eines Frank Stronach? Wollen wir wirklich wie die Schweiz wieder die Isolation eines Schilling riskieren?

In Wahrheit müssen das die Wähler entscheiden. Irgendwann läuft – wenn das Zaudern und Geldverbrennen der EU so weitergeht – alles auf eine Volksabstimmung pro oder kontra Euro hinaus. Derzeit ist die klare Mehrheit noch für den Euro. Noch. Werner Faymann hat in der EU viel zu tun, damit das so bleibt.

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