Das sagt Österreich

Wolfgang Fellner

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Das sagt Österreich

Seit Wochen befindet sich die Partei – als Folge der Schüssel-Korruptionsjahre – im Umfrage-Keller, immer mehr Wähler verabschieden sich frustriert, kaum einer weiß noch wofür die Partei wirklich steht (vor zwei Jahren war sie noch vehement für ein Berufsheer, jetzt ist sie vehement dagegen) ...

... aber offenbar will die ÖVP ihrer Zerstörung noch ein bisserl nachhelfen. Seit Tagen betreibt sie Selbstmord auf Raten. Statt offensiv und dynamisch in das Wahljahr 2013 zu gehen, stolpert sie stümperhaft in eine völlig überflüssige Personalstreiterei.

Kapitän
Zunächst sei festgestellt: Die Analyse von Michael Spindelegger war völlig richtig. Wenn der VP-Chef die nächste Wahl gewinnen will, muss er den Finanzminister übernehmen. Er hätte als Finanzminister im Wahljahr deutlich bessere Chancen denn als graues Mäuslein im Außenamt. Dort stiehlt ihm der Kanzler jede Show, als Finanzminister würde er aber Faymann sagen wo’s langgeht. Der VP-Chef wäre plötzlich der Kapitän der Regierung.

Auch Spindeleggers zweite Analyse war richtig: Mit den Blockierern Neugebauer und Kopf gewinnt die ÖVP keinen Blumentopf mehr – beide gehören weg. Maria Fekter dagegen wäre eine Superfrau an der Spitze der Fraktion.

Verstümpert
Spindelegger als Finanzminister wäre also eine blendende Idee. Aber blendende Ideen sind nur dann gut, wenn sie auch professionell umgesetzt werden. Spindelegger hat seine besten Chancen auf den Finanzminister (und damit vielleicht auf den Kanzler) verstümpert.

Er hat sich (wieder einmal) vom alten Grantscherbn Neugebauer blockieren lassen. Er hat die Wirtschaftsbund-Kapazunder Fekter und Kopf so brüskiert, dass der Wirtschaftsbund Donnerstag fast seinen Sturz inszeniert hätte – und er steht jetzt schwer ramponiert da.

Sebastian Kurz
Jetzt droht der ÖVP wieder der Absturz unter 20 Prozent, der Rückfall auf Platz 3. Wenn dann auch die Heeres-Abstimmung im Jänner verloren geht, ist die ÖVP im Wahljahr völlig verloren – ohne Perspektive, ohne Chance auf Schwarz-Blau und ohne Führung. Dann gibt es wohl nur noch die Chance eines totalen Neustarts mit dem erst 26-jährigen Umfragewunder Sebastian Kurz.
 

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Autor: Wolfgang Fellner
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