01. September 2012 23:32

Wolfgang Fellner 

Das sagt Österreich

Wenn Lehrer bremsen, ist das nicht akzeptabel

Das sagt Österreich
© TZ ÖSTERREICH

Bei keinem Regierungs-Vorhaben gibt es derzeit eine größere Zustimmung der Bürger als beim Plan, unsere Lehrer mit einem neuen Dienstrecht zu mehr Unterricht in der Klasse zu bewegen.

Die Lehr-Verpflichtung unserer AHS-Lehrer beträgt derzeit 20 Stunden, die meisten sind – administrativ belastet – überhaupt nur 17 Stunden in der Klasse, während die Eltern teure Nachhilfekurse und Nachmittagsbetreuung zahlen müssen. Das ist ein weltweiter Minus-Rekord.

Zu einer modernen Ganztagsschule gehört ein modernes Lehrerdienstrecht. Wir brauchen Förderkurse, Begabten-Training, mehr Sport und Kultur, Nachmittagsprogramme.

Kurz: Wir brauchen unsere Lehrer in der Schule – und nicht in der Bürokratie oder zu Hause.

Eine Lehrer-Gewerkschaft, die das verhindern will, ist ein Skandal – dass der Lehrer-Boss im Vorhinein „Nein“ zu mehr Unterricht sagt, ist nicht zu akzeptieren.

Der Schulbeginn zeigt, wie groß die Probleme in unseren Schulen sind: 1.000 Lehrer fehlen, es gibt viel zu wenig Ganztagsschulen.

Die Schulreform muss kommen. Die Regierung darf sich von der ÖVP-Lehrer-Gewerkschaft nicht länger bremsen lassen. Sonst wird es zum Aufstand der Eltern kommen.

 

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Autor: Wolfgang Fellner



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3 Postings
kantine (GAST) meint am 04.09.2012 11:10:33 ANTWORTEN >
Diese Gewerkschaft(Bremser) gehört weg(nicht nur diese).Und schafft endlich den Proporz (nicht nur im Schulsystem) ab.Dann kann man endlich Politik für die Zukunft machen.
ottone55 meint am 04.09.2012 09:07:44 ANTWORTEN >
Komisch,wo sind den diese engagierten Lehrer die für bessere Bedingungen kämpfen,ich sehe und höre nichts.Ich habe eher das Gefühl sie sind sehr leise.
Schöne Nachmittage,lange Ferien,Kinder abfragen und das wars,nicht besonders kreativ.
Ich kenne einige die sind nachmittags viel aktiver,bei Sportvereinen,mit einigen spiele ich Golf,wochentags das alles sei ihnen gegönnt,ich kann das gejammere nicht hören.
Denn meisten sind die Kinder wurscht,hauptsache sie haben einen angenehmen Job und den haben sie.Es gibt Ausnahemen,die engagieren sich,sind aber nicht beliebt,bringen Unruhe in den Laden und so etwas ist in Österreich sowieso nicht gewünscht,gell Herr Neubauer oder wie immer sie heissen mögen,nur nicht junge,kreative Leute ranlassen,Mister WICHTIG.Ein Glück das auch ihre Lebenszeit begrenzt ist,nur leider nicht für die,die jetzt Veränderungen wollen.Neugebauers haben wir viele,eigentlich zu viele.
Die Deppen der Nation sind die Steuerzahler und Kinder die unter diesen veralterten System nicht gefördert werden.
dodo_2340 (GAST) meint am 04.09.2012 00:09:01 ANTWORTEN >
Die Lehrer sind nicht die Deppen der Nation, die alles das ausbaden, muessen, was die Gesellschaft, die Eltern, die Schueler und nicht zuletzt die Politiker alles "verbockt" haben.

Zu Schulbeginn fehlen heuer 1000 Lehrer?? Man wird sich noch wundern, wieviele Lehrer in den kommenden Jahren fehlen werden. Fuer schlechte Bezahlung und miserable Arbeitsbedingungen, immer mehr Leistung zu verlangen, das laesst sich niemand gefallen. Weshalb erwartet man das also von der Lehrerschaft?? Frueher sagte man, dass Lehrer in ihrer Berufslaufbahn eben wenig verdienen, dafuer eine ordentliche Pension haetten - sofern sie diese erlebten. Die heutigen Lehrer haben nur mehr die schlechten Aktivgehaelter und noch schlechtere (ASVG-)Pensionsbezuege - jedenfalls mit lebenslanger Durchrechnung. Was das bedeutet, muss jedem klar sein, der sich die niedrigen Einstiegsgehaelter und die flache Lebenseinkommenskurve ansieht.
Zur "Anhebung" der Anfangsgehaelter kam man mit einem sehr fiesen, aber durchsichtigen Trick - die Gehaelter von Junglehrern wuerden um 20 % angehoben, die Arbeitszeit jedoch um mehr als 30 % erhoeht - und das nicht nur fuer die Anfangsjahre, sondern bis zur Pensionierung. Die Einkommenskurve wuerde danach jedoch abgeflacht - die erhoehte Arbeitszeit bliebe auf immer und ewig. Mit solch unfairen Verhandlungspartnern wuerde ich mich erst gar nicht an einen Tisch setzen, um nicht ueber selbigen gezogen zu werden.

Wenn man die Neid- und Hetzpropaganda seitens der Medien nicht rasch stoppt, werden noch viel mehr Lehrer das Handtuch werfen bzw. Lehramtskandidaten einen anderen Beruf ergreifen. Schlechte Bezahlung, schlechte Arbeitsbedingungen und dann auch noch eine schlechte "Nachred'", das hat kein Lehrer notwendig.
Dass Ganztagsschulen auch mit einem dem derzeitigen oesterr. Dienstrecht vergleichbaren System funktionieren (oder auch nicht funktionieren), zeigen zahlreiche auslaendische Beispiele. Im vielgeruehmten PISA-Vorzeigeland Finnland z. B. entspricht die Zahl der Unterrichtsstunden, die Lehrer in der Klasse/der Schule zu verbringen haben, grosso modo der oesterreichischen Lehrer. Ferienzeiten detto. Aber die Lehrerschaft geniesst ein besseres Ansehen und fuehlt sich wertgeschaetzt.

Uebrigens bin ich selbst vor vielen Jahren freiwillig vom Schuldienst in die Privatwirtschaft gewechselt, da mir schon damals die Verdienst- und Karrierechancen als mehrfach qualifizierte Akademikerin zu gering waren. Ich kenne daher beide Seiten aus eigener Erfahrung. Den Wechsel in die Privatwirtschaft habe ich nie bereut.

Zusammenfassend: man wird weder quantitativ mehr noch qualitativ bessere Lehrer finden, wenn man die Arbeitsbedingungen nicht VERBESSERT anstatt zu verschlechtern und "Lehrer-Bashing" zu betreiben.
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