Sonderthema:
Das sagt Österreich

Wolfgang Fellner

© TZ ÖSTERREICH

Das sagt Österreich

Peter Pilz hat’s derzeit nicht leicht: Der einst verdienstvolle Aufdecker von Noricum und Lucona vergaloppiert sich seit Wochen in einem immer peinlicher werdenden Polit-Hickhack im U-Ausschuss. Sein neuer „Lieblingsfeind“ ist ÖSTERREICH – wozu man wissen muss, dass es sich dabei um eine rein persönliche Racheaktion handelt, weil wir Pilz wegen eines Interviews mit unwahren Unterstellungen geklagt haben. Das magerlt den vermeintlichen Korruptionsjäger (der laut Ausschuss-Informationen 8.000 Euro netto verdient, aber in einer Sozialwohnung für 66 Euro Miete lebt) ganz extrem.

Die falsche Pilz-Behauptung, ­ÖSTERREICH habe über das Büro Faymann Inserate der Asfinag erhalten, ist gestern vor dem U-Ausschuss vom zuständigen Zeugen definitiv widerlegt worden. Wir können belegen, dass alle Inserate direkt von der Asfinag beauftragt wurden – und dass wir um das Zehnfache (!) der Inserate bei der Asfinag Vignetten gekauft haben.

Die Wahrheit ist: Nahezu ALLE österreichischen Medien haben von der Regierung – und damit natürlich auch vom Verkehrsministerium – im Laufe der Jahre Inserate in Millionenhöhe erhalten. Manche, wie Krone oder Kleine Zeitung, sehr ­direkt über die Ministerbüros. Manche, wie Die Presse oder der Kurier, eher versteckt (Die Presse etwa 400.000 Euro pro Jahr für Forschungsbeilagen von Faymann).

Wenn das ein U-Ausschuss fair klären will, muss er alle Inserate prüfen – und nicht nur jene, die dem grünen „Polit-Neurotiker“ (so wurde er gestern auf standard.at genannt) Pilz gerade nicht passen.

Wie absurd der Streit um die Polit-Inserate ist, zeigt die köstliche Enthüllung, dass die ÖBB in Zeiten von ÖVP

FPÖ-Ministern 17.000 Euro für eine einzige (!) Seite Inserat in einer Schüssel-Geburtstagsbroschüre zahlen mussten. „Gekeilt“ wurde das Inserat persönlich vom heutigen Staatssekretär Lopatka, der sich in Faymann-Zeiten als großer ÖBB-Aufdecker profilieren wollte.

Was wieder mal zeigt: Diejenigen, die am lautesten schreien, kassieren am meisten. Das ist das Unappetitliche an der Politik.

Schicken Sie Ihre Meinung an: wolfgangfellner@oe24.at

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