Das sagt Österreich

Wolfgang Fellner

© TZ ÖSTERREICH

Das sagt Österreich

Seit gestern ist der Wahlkampf für den Herbst 2013 eröffnet: Frank Stronach ist – vermutlich mit 100 Millionen Budget in der Hosentasche – in den Ring gestiegen.

Stronach hat das Potenzial, zur Kultfigur in diesem Wahlkampf zu werden. Jeder Auftritt von ihm ist eine Mischung aus Kabarett, Skurrilität, aber auch Unternehmergeist und spannenden Visionen.

Natürlich hat der Start von Stronach in der Politik manche gefährliche Dimension: Darf sich ein Milliardär Politiker kaufen? Darf ein Privatmann mit 100 Millionen privatem Cash gegen Parteien antreten, die auf 7 Millionen Wahlkampf-Budget limitiert sind?

In Italien ist das Experiment des Milliardärs Berlusconi als Politiker gescheitert. Der Italo-Unternehmer versank letztlich im Bunga-Bunga-Sumpf der Korruption.

Frank Stronach ist aus anderem Holz geschnitzt. Ihm nehmen die meisten Wähler ab, dass er mit 80 Jahren aus innerem Engagement und nicht aus reiner Gewinnsucht in die Politik geht.

Vor allem aber: Der Frust der Wähler auf alle (!) existierenden Parteien ist bei uns so groß, dass Stronach fast erfrischend wirkt.

Stronach hat den Vorteil, dass er Proteststimmen aus allen Lagern sammeln kann – weil er weder rechtsextrem (wie die FPÖ) noch linksaußen (wie die Grünen) ist.

Ich halte die 15-%-Marke für Stronach realistisch und 20 % für nicht ganz ausgeschlossen. Leicht möglich, dass der umtriebige Oldie im Herbst 2013 auf Platz 3 landet. Er selbst nannte gestern – bescheiden wie er ist – „Platz 1 als Ziel“.

Und genau das könnte Stronachs Erfolgs-Geheimnis werden: Dass endlich wieder einer in diesem Land des Stillstands siegen will.

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