Das sagt Österreich

Wolfgang Fellner

Das sagt Österreich

Hat Kari Schwarzenberg, der lange wegen seiner Seriosität geschätzte tschechische Außenminister recht, wenn er Wladimir Putin mit dem grauenvollen Massenmörder Adolf Hitler vergleicht?

Ich meine: Ein Vergleich Putins mit Hitler ist nicht zulässig. Schon gar nicht in Sachen Ukraine. Natürlich sind die Parallelen verblüffend: Putin verfolgt Kritiker und Homosexuelle wie neue „Juden“. Er inszeniert sich bei Olympia wie ein „GröFaZ“. Und er marschiert im Nachbarland ein. Aber nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich.

Putins Verfolgung von Regime-Kritikern hat in Russland eine lange Geschichte. Und die Lage hat sich zuletzt gebessert: Pussy Riot und Julia Timoschenko sind frei.

Putins Olympia-Inszenierung in Sotschi war am Rand des Größenwahns. Doch es waren – ganz anders als in Berlin 1936 – friedliche, sympathische Spiele.

Und der Krimi um die Ukraine hat zwei Seiten: Putin hat dort ohne Zweifel einen Diktator unterstützt. Die neue Demokratie-Bewegung aber provoziert die russischen Ukraine-Bewohner unnötig.

Wladimir Putin hat gehofft, dass er nach Olympia der Polit-Superstar wird. Stattdessen wurde er durch den Umsturz in der Ukraine zum Verlierer. In dieser Defensive versucht er jetzt, Muskeln zu zeigen. Wie ein Halbstarker. Das ist gefährlich.

Deshalb wäre es sinnvoller, Putin nicht als „neuen Hitler“ zu isolieren – sondern ihn in mehr Zusammenarbeit mit der EU einzubinden. Mit Polit-Kompromissen in der Ukraine, die auch die Russen (über)leben lassen. Mit Dialog statt Säbelrasseln.

Die Situation in der Ukraine ist brandgefährlich. Wer Putin jetzt zum Hitler-Outlaw macht, riskiert wirklich einen Krieg.

 

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