01. Februar 2010 10:05

Ess-Instinkte 

Abnehmen mit Bauchgefühl

Eine US-Autorin meint: Wer schlank werden will, muss seine Ess-Instinkte befriedigen.

Abnehmen mit Bauchgefühl
© Getty Images

Mamas Schweinsbraten ist unverzichtbar? Und die Schokotorte MUSS sein? Jeder Mensch hat, wenn es ums Essen geht, sogenannte Ur-Instinkte: Dazu gehört zum Beispiel Hunger. Aber auch der Drang nach kalorienreichem Essen. Oder nach Bekanntem, Vertrautem – wie eben Mamas einzigartigem Schweinsbraten.

Dick oder dünn
Glaubt man nun aktuellen US-Forschungsergebnissen, entscheiden insgesamt fünf Ess-Instinke wesentlich darüber, ob jemand dick oder dünn ist. Und sie sind zugleich der Schlüssel zu dauerhafter Gewichtskontrolle. Denn: „Wer seine Ur-Bedürfnisse beim Diäthalten außer Acht lässt, wird mit jedem Abnehmversuch kläglich scheitern. Wenn dagegen die Instinkte auf gesunde Weise befriedigt werden, kann man sein Wunschgewicht leicht erreichen – und dauerhaft halten“, verspricht US-Ernährungswissenschafterin Susan B. Roberts, die ihre Langzeit-Recherchen in den Ratgeber „The Instinct Diet“ (jetzt auch auf Deutsch erhältlich als die „Instinkt-Diät“ bei Knaur) einfließen ließ und damit in den USA einen Bestseller landete.

Das Programm
Tatsächlich bietet die Instinkt-Diät gegenüber einseitigen Crash-Kuren viele Vorteile: Es gibt keine Verbote und das Ernährungskonzept kann durchaus als „gesund“ bezeichnet werden: Empfohlen werden Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil an Ballaststoffen (halten lange satt und regen die Verdauung auf natürliche Weise an), volumenreiche Lebensmittel (sättigen ebenfalls und bewirken, dass eine Mahlzeit nach „mehr“ aussieht) sowie reichlich Eiweiß, das größtenteils aus fettarmen Milchprodukten und pflanzlichen Quellen (wie Hülsenfrüchten) besteht (siehe dazu Kasten ganz rechts). Außerdem sollte man auf eine „Mischung aus hohem und niedrigem Glyx achten.“ Zur Erklärung: Der glykämische Index („Glyx“) ist eine Maßzahl für die Wirkung eines Lebensmittels auf den Blutzuckerspiegel und sagt damit etwas über die Qualität der enthaltenen Kohlenhydrate aus. Die „Instinkt-Diät“ erlaubt beispielsweise Cracker (hoher Glyx), wenn man sie mit Milchprodukten oder Gemüse (niedriger Glyx) kombiniert. Es ist auch wichtig, dass die Mahlzeiten regelmäßig eingenommen werden.

Guter Ansatz
„Das Konzept ist durchaus gesund und entspricht im Großen und Ganzen unseren eigenen Richtlinien“, meinen auch die Wiener Ernährungswissenschafterinnen und MADONNA-Schlank-Expertinnen Ursula und Julia Pabst (www.ernaehrungsinstitut-pabst.at), die mit ihrer soeben erschienenen „großen Genuss-Diät“ einen Mega-Hit landeten.

„Wir sind, so wie US-Expertin Susan Roberts, auch der Meinung, dass Genussmomente beim Essen befriedigt werden müssen, und man auch nie hungern darf“, so die beiden Schlank-Profis.

Für ihren Geschmack ist im US-Instinkt-Programm jedoch zu viel Süßstoff und Koffein enthalten: „Und wir würden nicht gerade Erdnüsse empfehlen – da gibt es gesündere Nüsse, wie Mandeln oder Walnüsse“, so die Pabst-Schwestern. Wie die „Genuss-Diät“ verdient aber auch das „Instinkt“-Konzept das Prädikat „lebenslang“. Es kann also nach einer anfänglichen „Lernphase“ für immer praktiziert werden.

Die fünf Essinstinkte
1. Hunger

Wer falsch isst, hat ständig Hunger. Für ein gutes Sättigungsgefühl: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Mahlzeiten viele Ballaststoffe, gesundes Eiweiß, viel Volumen und „gute“ Kohlenhydrate enthalten.

2. Verfügbarkeit
Gegessen wird, was „da“ ist. Daher: Entrümpeln Sie Ihre Speisekammer! Und: Legen Sie Vorräte von gesunden, sättigenden Lebensmitteln an.

3. Gier nach Kalorien
Kalorienreiches schmeckt meist gut – und wir wollen immer mehr davon. Trick: Essen Sie ein kleines Stück einer Kalorienbombe, aber dazu viele kalorienarme, ballaststoffreiche Lebensmittel.

4. Routine
Menschen haben eine Vorliebe für Bewährtes. Ohne Schweinsbraten geht es nicht. Lassen Sie Neues zu!

5. Vielfalt
Zu große Auswahl (an Ungesundem) verleitet zum Viel-Essen. Besser: Bewusst einschränken und die Auswahl an gesunden Lebensmitteln erhöhen.


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