14. November 2008 10:22

Zahnpflege 

Achten Sie auf die Zähne Ihrer Kinder!

Eltern sind in Sachen Kinderzahnpflege alles andere als fit. Lassen Sprösslinge zu früh alleine putzen. Karies als soziales Problem.

Achten Sie auf die Zähne Ihrer Kinder!
© sxc
Achten Sie auf die Zähne Ihrer Kinder!
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Wann soll mit dem Zähneputzen begonnen werden, ab wann können die Sprösslinge dies alleine übernehmen, und muss Karies schon bei Milchzähnen bekämpft werden? Wie groß die Wissenslücken der Eltern und danach die Lücken in den Zähnen der Buben und Mädchen sind, das war Thema einer Pressekonferenz in Wien.

Alleine putzen erst mit 10!
Erst mit zehn Jahren, bzw. wenn die Kinder flüssig schreiben können, kann man ihnen das Putzen selbst überlassen. Doch 45 Prozent der Eltern lassen bereits ihr vierjähriges Kind dabei alleine werken, acht Prozent sogar ihr zweijähriges. Kein Wunder, hält doch ein Viertel laut Market-Umfrage eine Behandlung kariöser Milchzähne für nicht notwendig. Wie schlimm das dann in vielen Fällen endet, das zeigte durch drastische Bilder Verena Bürkle, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kinderheilkunde.

Folgen für sie zweiten Zähne
Abgesehen von den schwarzen Stümpfen samt Schmerzen und drohenden Infektionen, zeigen sich die Folgen auch bei den zweiten Zähnen, die vom Karies angesteckt werden oder wegen der fehlenden Platzhalter kreuz und quer im Mund stehen. Der Weg zu den Dritten ist dann nicht mehr weit.

Soziales Problem
Das Problem ist laut Bürkle oft ein soziales - sieben Prozent der Kinder haben mehr als 90 Prozent der gesamten Karies, oft wegen der fehlenden Bildung der Eltern. Dabei wären gesunde Zähne keine Hexerei, wenn einfache Regeln beachtet würden: "Abgestürzte" Schnuller dürfen nicht abgeschleckt und dem Säugling wieder in den Mund gesteckt werden, sonst wird Karies von der Mutter mitübertragen.

Früher Zahnarztbesuch
"Naschen ist in Ordnung, aber einmal pro Tag und nicht öfters am Tag Süßigkeiten, Bananen, naturtrüben Apfelsaft konsumieren", so die Expertin. Ansonsten kann der Zucker nicht vom Speichel abtransportiert und ein normaler Säurepegel hergestellt werden. Putzen ist natürlich ganz wichtig, ebenso wie der möglichst frühe Besuch beim Zahnarzt. Kleine Kinder sollten dort dreimal im Jahr zur Kontrolle erscheinen, was ihnen u.a. die Angst nehmen und positive Erfahrungen vermitteln soll.

Zuckerfreier Zahnpflegekaugummi
Und glaubt man dem Vizepräsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie, Walter Wadsak, dann ist zuckerfreier Zahnpflegekaugummi ein wahres Wunderding, mit dessen Hilfe sich das Kariesrisiko um bis zu 40 Prozent senken lässt. Doch hat Kaugummi nicht gerade ein positives Image, weshalb man Thomas Schäfer-Elmayer als Unterstützer für eine Informationsbroschüre in Sachen Mundhygiene gewonnen hat.

Auf dem Parkett seiner Tanzschule wird Kaugummi zwar auch in Zukunft nichts zu suchen haben, aber ab sofort wird er in seinen Benimmkursen und Büchern auf den positiven Effekt hinweisen und zugleich darauf hinweisen, wie sozialverträglich gekaut und vor allem die Hinterlassenschaft entsorgt werden kann.

Foto: (c) sxc


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